Die Redaktion wünscht frohe Ostern

Wir wünschen frohe Ostern! : Mein Name ist Hase

Am Gründonnerstag endet traditionell die Fastenzeit – und damit für jene, die sie praktizieren, eine vierzigtägige Phase des Verzichts.

Ursprünglich verlangte die Fastenzeit eine Beschränkung auf sehr einfache Nahrung. Auf Genussmittel wie Fleisch und Alkohol sollte hingegen eigentlich verzichtet werden. Wie gesagt, eigentlich. Denn es gab durchaus Gruppen, für die Ausnahmen von der Regel gemacht wurden. Schwangere Frauen zum Beispiel. Oder Reisende. Den Vogel schossen die Mönche ab: In den Klöstern galt Starkbier als traditionelles Fastenzeit-Getränk.

Und auch sonst nahmen die Geistlichen es mit den Regeln ihrer Kirche nicht ganz so genau: Der Biber wurde aufgrund seiner Schwanzflosse zum Wassertier erklärt, Fische interpretierte man als Flussgemüse. Angeblich wurden sogar die Maultaschen in der Fastenzeit erfunden. Der Trick war ein äußerst simpler: Man versteckte das Fleisch kurzerhand im Teig in der Hoffnung, dass Gott eben doch nicht alles sieht.

Heute kommt das Fasten in unzähligen Varianten daher. Während die einen auf totes Tier verzichten, meiden andere Süßigkeiten oder Zigaretten, lassen 40 Tage lang das Mobiltelefon links liegen oder ziehen sich vorübergehend aus den sozialen Netzwerken zurück. Manch einer lässt sogar, unglaublich genug, sein Auto stehen! In einer Gesellschaft, in der die meisten viel zu viel von allem haben, ist Verzicht ein regelrechter Trend geworden. Der religiöse Background des Ganzen ist dabei längst in den Hintergrund getreten. Ähnlich wie beim Heilfasten verzichten die meisten auch in der vorösterlichen Zeit nicht für Gott oder die Kirche, sondern in erster Linie für sich selber. Dem Körper tut es zweifellos gut, von schwer verdaulichen Lebensmitteln wie Fleisch eine Zeit lang verschont zu bleiben. Und auch die Seele profitiert davon, nicht jedem Wunsch und jedem Gelüst nachzugeben. Vorübergehend jedenfalls.

An Ostern ist nach all dem Darben dann wieder Schlemmerei angesagt. Zahlreiche Lämmchen müssen dran glauben. Und auch Eier – egal ob im Original oder in Schokoladenform – sind gerne genommen. Der Hintergrund ist folgender: In vielen Kulturen gelten Eier als Symbol der Wiedergeburt und Fruchtbarkeit. Im Christentum steht das schlüpfende Küken für die Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Und was hat der Hase mit all dem zu tun? Das ist gar nicht so unkompliziert. Deshalb erklären wir es Ihnen im kommenden Jahr. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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