Reisebericht über die niederländische Insel Texel

Reizklima : Urlaubsziel Texel

Von Düsseldorf sind es gut 320 Kilometer bis zum nordholländischen Festland-Fährhafen Den Helder. Dafür kann man — je nach Reise(uhr)zeit — zwischen dreieinhalb und sechs Stunden brauchen.

Wir empfehlen daher aus vieljähriger Erfahrung eine frühe Anreise, dafür aber eine späte Abreise. Spätestens wenn die Texel-Fähre - zu saisonalen Stoßzeiten halbstündlich - ablegt, wechselt man willkürlich in den Ferien-Modus. Während der halbstündigen Überfahrt verköstigen die Kinder eigentlich zu jeder Jahreszeit einen köstlichen Kakao. Aber bitte mit Sahne. Die Erwachsenen lassen sich hingegen ein Heineken schmecken. Der Hauptanreisetag auf Texel ist übrigens der Freitag. Auf der Insel gibt es vom Campingzelt übers Hotel mit Meerblick bis zum luxuriösen Ferienhaus alle denkbaren Wohnraum-Mietmöglichkeiten.

Besonders beliebt sind die zahlreichen Ferienhausparks, die über das komplette Eiland verteilt sind. In der Hauptsaison stehen bis zu 45.000 Übernachtungsbetten zur Verfügung. Daraus ergibt sich sowohl für Individualreisende wie auch für Familien und größere Gruppen eine attraktive Auswahl für nahezu alle Bedürfnisse und Brieftaschengrößen. Ganz viele Wohnraum-Infos gibt es beim Fremdenverkehrsverein vvv.Texel. Das Essen ist hier oft "heiß und fettig". Meint, es wird alles frittiert, was nicht bei Drei in der Pfanne ist: Pommes, Frikandeln & Co. Zudem sind es Pfannkuchen, die es mit allen möglichen Belägen in zahlreichen Lokalen gibt. Selbige sind mit Original-Texel-Käse besonders schmackhaft und quasi die westfriesische Antwort auf Pizza. Eine weitere kulinarische Inselspezialität ist Lamm. Das ist lecker, wenn auch für den sensiblen Esser immer ein bisschen traurig. Absolut typisch ist es hingegen, dass man auf Texel in zahlreichen Gaststuben und maritimen Snackbars frischen Fisch genießen kann. Überhaupt ist die Insel-Küche besser als ihr Ruf. Einige Restaurants haben es sogar in den holländischen Gourmet-Guide "LEKKER" geschafft. Das Beste ("Bij Jef") ist in Den Hoorn verortet und sogar mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. 

Vor allem an der Westküste gibt es mit rund 30 Kilometer Länge Strände ohne Ende, an denen man ausgiebige Spaziergänge — gerne auch mit freilaufenden Hunden und maulenden Kindern — absolvieren kann. Der Blick aufs Meer befeuert Fernweh, die frische Luft anregende Gespräche (Achtung: Reizklima). Und nach ein paar Kilometern findet man mit Sicherheit ein Strandlokal, von den Einheimischen "Paal" genannt, zum gemütlichen Einkehren. Die Nordsee lädt im Sommer die Mutigen zum Baden und die besonders Tapferen am 1. Januar zum traditionellen Neujahrsschwimmen ein. Gesurft wird auf Texel nicht nur im Internet, sondern auch bei Wind und Wellen vom Frühjahr bis in den Herbst. Gesegelt auch. Insbesondere mit Katamaranen. Die "Runde um Texel" - die nächste Ausgabe wird am 22. Juni 2019 stattfinden - gilt als größte Katamaran-Veranstaltung der Welt. Das Bauen von Burgen ist hingegen ganzjährig ein sandiges Strandvergnügen für Groß und Klein.

Holland ist ein klassisches Radfahrerland. Auch auf Texel. Wer keinen Drahtesel von daheim mitbringt, findet vor Ort zahlreiche Ausleihmöglichkeiten. Und diese oft nur spartanisch ausgestatteten Räder sind fast immer sensationell Straßen- und Gelände-tauglich. Zu den beliebtesten Rad-, vor allem aber Wanderstrecken gehört die bewaldete Region an der Westküste zwischen Den Burg und De Koog. Hier trifft man auch gerne auf die vorsintflutlich anmutenden Texel-Büffel vom Stamme der Galloway. Nicht nur deshalb ist diese Inselecke — mit dem direkten Zugang von den Dünen ans Meer — ein Paradies für Inselbesucher mit vierbeinigen Freunden.Aber auch die sieben Orte haben jeweils ihren eigenen Charme. So ist zum Beispiel Den Burg die Einkaufs- und Gut Essen-Destination, hat Oudeschild den altehrwürdigen Fischereihafen, ist De Koog mit Bowling- und Kart-Bahn sowie vielen Kneipen ein Stück weit der "Rummelplatz", während sich das betuliche De Cocksdorp mit dem Leuchtturm schmückt.

In Sachen Sightseeing ist das "Juttersmuseum" zwischen Den Burg und De Koog einen Besuch wert, dort kann man angeschwemmtes Strandgut besichtigen. Und als absolutes Insel-Must See darf man das über die Inselgrenzen hinaus berühmte Meeresmuseum EcoMare nahe De Koog bezeichnen. Tatsächlich ist das EcoMare , das unter anderem eine Vogel- und Seehundauffangstation beheimatet, inhaltlich und räumlich deutlich größer als das Meeres- und Strandräuber-Museum "Kaap Skil" in Oudeschild.All das macht Texel zu einem Superferienziel für Familien, gerne mit Hunden, die Spaß und Entspannung gleichermaßen suchen und zu schätzen wissen.

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