Umstrittener Sponsoren-Deal DEG-Chef: „Rheinmetall hilft uns!“

Zumindest ist die DEG in namhafter Gesellschaft - nach Borussia Dortmund hat auch Düsseldorfs Eishockeyclub eine Sponsoren-Diskussion losgetreten. Beide Vereine lassen sich von der Waffenschmiede Rheinmetall mit Sitz in Derendorf zur neuen Saison finanziell unterstützen - scharfe Kritik daran inbegriffen...

DEG-Geschäftsführer Wirtz - „Eine Selbstverständlichkeit.“

DEG-Geschäftsführer Wirtz - „Eine Selbstverständlichkeit.“

Foto: DEG

Die DEG-Pressemitteilung aus der vergangenen Woche bezeichnet den neuen „Premium Partner“ des achtmaligen Deutschen Eishockey-Meisters als „Technologiekonzern“. Die Kooperation sei zunächst auf ein Jahr ausgelegt. Rheinmetall wird bei den Heimspielen auf Eis- und Bandenflächen werben. Zudem stünden Spieltag-Sponsorings sowie das gemeinsame Engagement, etwa in Form von sozialen Projekten, auf dem Arbeitsplan.

„Rheinmetall ist ein traditionsreiches Unternehmen sowie einer der wichtigsten und größten Arbeitgeber der Region. Für uns ist es daher eine Selbstverständlichkeit, dass wir damit den Kreis unserer Partner erweitern“, sagt Harald Wirtz, Geschäftsführer der DEG Eishockey GmbH. Und: „Das ist eine Zusammenarbeit, die uns dabei hilft, unsere künftigen Ziele zu erreichen.“

Rheinmetall-Chef Armin Papperger ließ übermitteln: „Die DEG ist ein sportliches Aushängeschild der Stadt. Mit unserem Engagement wollen wir den Sport und das gesellschaftliche Miteinander hier fördern und uns natürlich als attraktiven Arbeitgeber im Hightech-Bereich noch bekannter machen.“ Die DEG diene als großer Sympathie-Träger dabei als Multiplikator in der Region.

Natürlich ließen Kommentare zum Deal nicht lange auf sich warten: Zu jenen, die scharfe Kritik an den „unmoralischen Verkauf des Klubs an einen Rüstungskonzern“ übten, gehört auch Hannes Draeger, Mitglied im Kreisvorstand der Linken Düsseldorf: „Mit seiner Sponsoring-Offensive im Sport versucht Rheinmetall ein gesellschaftliches Klima für Aufrüstung und Waffenexporte zu schaffen, weil das seine Gewinne steigert. Das ist Sportswashing.“ Die DEG sollte von dem Deal Abstand nehmen, denn ein Unternehmen, das für Leid und Tod durch Waffenproduktion mitverantwortlich sei, dürfe keine Vorbildfunktion im Sport bekommen. Allerdings mischen sich unter die Bewertungen von außen zunehmend auch Stimmen, die den Deal angesichts einer gesellschaftlichen Zeitenwende in puncto Verteidigungsbereitschaft und Wehrhaftigkeit des Landes ausdrücklich als „inzwischen normal“ begrüßten - zumal „endlich einmal“ mit einem Unternehmen aus der Stadt.

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