Anfang des Jahres waren alle Mitglieder der St. Sebastianer von 1316 befragt worden, ob das traditionelle Feuerwerk am letzten Kirmes-Freitag fortgeführt werden soll - diese Frage hatten die Brauchtumsfreunde nach dem Unglück offen gelassen. Mehr als 80 Prozent sprachen sich dafür aus, „wenn auch mit einer Anzahl von Rückfragen“, wie Schützenchef Andreas-Paul Stieber berichtet. Der Schützenvorstand folgte dem Votum Mitte Februar einstimmig.
„Das Ereignis vom 18. Juli 2025 hat sich tief in unser Gedächtnis eingegraben. Umso dankbarer sind wir, dass es unseres Wissens nach allen verletzten Kindern und Erwachsenen den Umständen entsprechend besser geht,“ schickt Stieber seiner Erklärung des Pro Feuerwerk-Entscheids voraus. Man wisse aber auch, dass es noch viel Zeit brauchen werde, bis vor allem die seelischen Narben verheilt seien.
Nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen sei der Unfall auf eine fehlerhafte Feuerwerkskugel zurückzuführen, die auf dem Boden neben den Abschussgestellen explodierte und eine Reihe von Abschussrohren beschädigte. Infolgedessen kam es zu Bodenexplosionen und zu einigen Querschlägern unter anderem in Richtung Kniebrücke. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
„Der Aufbau und die Feuerwerksprodukte entsprachen den höchsten Sicherheitsstandards und wurden entsprechend von den Behörden abgenommen“, sagt Martin Schmitz, Leiter Vertrieb Großfeuerwerke, NICO Europe GmbH. Seine Firma ist jedes Jahr für mehr als 40 Höhenfeuerwerke (u. a. Japan-Tag, „Rhein in Flammen“ in Bonn und Koblenz) verantwortlich. Es werde Anpassungen bei Aufbau und Positionierung des Feuerwerks geben. Schmitz: „Mit veränderten Abschussplattformen und Fangvorrichtungen - und zäunen werden wir verhindern, dass es noch einmal zu derartigen Querschlägern kommen kann.“
Schützen-Veranstaltungschef Sven Gerling sagt: „Das Kirmesfeuerwerk zählt zu den Publikumsmagneten von Düsseldorf, zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus dem ganzen Umland an.“ Nach Abwägung aller Risiken und vor allem aufgrund des geplanten nochmals höheren Sicherheitsstandards habe man sich in Abstimmung mit den Behörden für eine Fortführung der Tradition entschieden. „Dabei gilt jedoch der Grundsatz: Im Zweifel pro Sicherheit, im Zweifel kleiner.“