Jobst bleibt, Arabi für Mislintat - „Ist im Leben manchmal so“ F95-Führungs-Beben

Der Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf hat nach dem Abstieg in die 3. Liga für ein Führungs-Beben gesorgt, dort weitreichende personelle Entscheidungen getroffen. Der Vertrag mit Fortunas Vorstandschef Alexander Jobst wurde vorzeitig und ligaunabhängig verlängert, Sportvorstand Sven Mislintat hingegen durch Samir Arabi, von 2011 bis 2023 Geschäftsführer und in der Zeit auch Bundesliga-Aufsteiger bei Arminia Bielefeld, ersetzt.

Fortuna-Aufsichtsrats-Chef Borgerding - „Für jemanden entschieden, der schwierige Situationen kennt.“

Foto: Ja/HORSTMUELLER GmbH

Den Beschluss hatte der Aufsichtsrat nach eigenen Angaben bereits vor dem Abstieg einstimmig gefasst, „um Führung und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten“.

Gremiums-Chef Björn Borgerding weiter: „Der Abstieg trifft uns alle nach wie vor extrem und schmerzt weiterhin sehr. Wir haben in dieser Saison Fehler gemacht – im Aufsichtsrat genauso wie im Vorstand. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Vorstand eine schonungslose Analyse begonnen, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Wir stellen uns der Kritik und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig richtet sich unser Blick klar nach vorne, weil Fortuna Düsseldorf jetzt Stabilität, Geschlossenheit und eine klare Führung braucht.“

Demnach sei Alexander Jobst „ein entscheidender Eckpfeiler für den Weg nach vorne. Borgerding: „Er hat zuletzt in den schwierigen Zeiten bewiesen, wie wichtig verlässliche Führung für diesen Verein ist.“ Das zeige sich auch daran, dass das Szenario 3. Liga in den kommerziellen Bereichen frühzeitig vorbereitet worden sei, auch aufgrund von Jobsts Vertrauensaufbau bei Partnern, Sponsoren und innerhalb der Stadt.

Weiterhin sei laut Borgerding deutlich geworden, „dass es im Falle Sven Mislintat in den strategischen Ausrichtungen unterschiedliche Vorstellungen gegeben hat. Deswegen haben wir gemeinsam beschlossen, den Weg zu beenden und eine einvernehmliche Trennung erzielt.“ Mit Samir Arabi habe man sich bewusst für jemanden entschieden, „der schwierige Situationen als auch die 3. Liga kennt und Spieler und Mannschaften entwickeln kann.“ In den Gesprächen habe man schnell gemerkt, so Borgerding weiter, „dass wir viele Themen ähnlich sehen und ein gemeinsames Verständnis davon haben, wie wir Fortuna wieder aufstellen wollen.“

Geholfen habe dabei, dass der Aufsichtsrat schon im Winter „einen klaren und professionellen Personalprozess“ geführt und „mit vielen starken Persönlichkeiten“ gesprochen habe. Man wolle die Fortuna möglichst schnell wieder nach oben führen. „Dafür“, so Borgerding, „bringt Samir viel Erfahrung mit. Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, mit der sich die Menschen identifizieren können und die für diesen Verein arbeitet.“

Und was sagen die betroffenen Protagonisten?

„Wenn es eng wird, läuft man nicht weg. Wenn es schlecht läuft, dann übernimmt man Verantwortung“, so Alexander Jobst. „Ich habe dem Aufsichtsrat daher signalisiert, dass ich bereit bin, auch in der dritten Liga anzupacken.“

Samir Arabi, neuer Sportvorstand: „Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mir sehr schnell gezeigt, dass hier absolute Klarheit darüber herrscht, welchen Weg der Verein jetzt gehen muss. Mir war wichtig zu spüren, dass es nicht um kurzfristige Lösungen geht, sondern um eine gemeinsame Zusammenarbeit und einen Neuanfang. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, daher geht es jetzt darum, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir wollen eine Mannschaft entwickeln, die Mentalität und Identifikation mit der Fortuna verkörpert.“

Sven Mislintat, alter Sportvorstand: „Fortuna war und ist für mich eine Herzensangelegenheit. Aber wie das manchmal im Leben so ist, entwickeln sich die Dinge anders, als sich das alle gewünscht hätten. In der gemeinsamen Aufarbeitung haben wir festgestellt, dass wir unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Klubs haben. Das kann passieren – aber dann sollte man im Sinne des Vereins offen diskutieren, ob diese Konstellation wirklich die beste ist. Das haben wir getan, ganz ohne persönliche Befindlichkeiten.“

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