Uni-Klinik sucht Angehörige von Krebskranken Jede Hilfe nutzen

Susanne Dopheide kann sich noch gut an die ersten Wochen der schweren Erkrankung ihres Mannes erinnern: „Plötzlich ist man in einer Ausnahmesituation, ist vielleicht verzweifelt und muss dennoch funktionieren.“ Im Jahr 2023 ist bei ihm eine Stammzelltransplantation notwendig. Für sie ist damals klar: Ich nutze jede Hilfe, die ich bekommen kann!

Susanne Dopheide (2. v. l.) und Mitstreiterinnen bei der „BEA - Begleitung von Angehörigen“ des Uniklinikums Düsseldorf - „Bis hin zur drohenden Selbstaufgabe.“

Foto: UKD

Susanne Dopheide hat ein hohes Vorwissen, hat viele Jahre in einem Krankenhaus gearbeitet. Dennoch stellt sie immer wieder fest: Viele Angehörige von Menschen mit Krebs suchen nicht notwendigerweise nach Hilfsangeboten. „Ich habe davon aber sehr profitiert“, sagt sie heute. Gemeinsam mit anderen ehemaligen Angehörigen engagiert sie sich daher in einem neuen Angebot am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Unter dem Namen „BEA – Begleitung von Angehörigen“ unterstützen Susanne Dopheide und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter akut Betroffene. Aktuell werden noch ehemalige Angehörige gesucht, die – nach einer ausführlichen Qualifizierungsphase – ebenfalls bei den BEAs mitmachen möchten (siehe Info).

Organisiert wird das Projekt vom Institut für Psychosomatische Medizin des Tumorzentrums CIO Düsseldorf der Uniklinik Düsseldorf. Annette Hopp hat die Projektleitung inne und betreut auch schon das ähnlich strukturierte Peer-Mentoren-Programm der Klinik, bei der ehemalige Krebspatientinnen und Patienten akut Erkrankten zur Seite stehen.

Nun wird das Programm auch auf die Betreuung von Angehörigen erweitert: „Die Situation von Angehörigen unterscheidet sich von denen der eigentlichen Patientinnen und Patienten. Aber auch ihre Lebenssituation verändert sich plötzlich und sie haben natürlich Ängste und Sorgen“, sagt Hopp. „Häufig werden die eigenen Bedürfnisse erst einmal zurückgestellt – bis hin zur drohenden Selbstaufgabe. Wir haben bei uns an der Uniklinik Düsseldorf schon jetzt eine Vielzahl an Beratungsangeboten und bieten auch eine regelmäßige Gesprächsrunde für Angehörige im Rahmen der Krebsberatung an. Mit dem neuen BEA-Angehörigenprojekt können wir dieses Angebot noch ausbauen – was uns sehr freut.“

Der Gedanke hinter dem BEA-Projekt: Die Mitarbeitenden der UKD-Psycho-Onkologie können als professionelle Lotsinnen und Lotsen unterstützen und beraten, die richtigen Kontakte zu Hilfsangeboten geben, über Unterstützungsangebote informieren oder auch bei den anfallenden Verwaltungsaufgaben helfen – wie etwa einen Schwerbehindertenausweis beantragen oder über Reha-Möglichkeiten informieren.

Selbst betroffene Menschen hätten aber einen ganz anderen Zugang. Sie seien selber in der gleichen Situation gewesen, könnten Ängste sowie Sorgen nachvollziehen und als BEAs akut Betroffene begleiten. Annette Hopp erklärt: „Unsere Kolleginnen und Kollegen in Freiburg haben das wissenschaftlich ausgewertet. In ihrer Studie kam eindeutig heraus, dass sich Angehörige manchmal gerne eine 1:1-Betreuung durch andere Angehörige wünschen.“

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