Auch in Düsseldorf ist die Teilzeit „weiblich“ „Kein Gespür“

Rund 119.700 Menschen in der Stadt haben einen Teilzeitjob. Und die Teilzeitarbeit in Düsseldorf ist weiblich: 71 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen und beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil der Frauen hier bei lediglich 39 Prozent.

Kritiker fordern „Hände weg von der Teilzeit.“

Foto: NGG

„Einen Teilzeitjob zu machen, ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente“, sagt Zayde Torun von der NGG Düsseldorf-Wuppertal. Teilzeitarbeit sei „keine Bequemlichkeit“, sondern für viele Beschäftigte in der Landeshauptstadt die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können.
„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will, dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Zayde Torun. Die Geschäftsführerin der NGG Düsseldorf-Wuppertal appelliert an die CDU in der Landeshauptstadt und an die Delegierten aus der Region, an diesem Wochenende den Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart „abzuschmettern“.
Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Solange es nicht mehr Kitaplätze gebe, werde es nicht funktionieren, mehr Menschen in Vollzeit zu bringen. „Immerhin hat der Wirtschaftsflügel der Union diesen Punkt bei seinem Teilzeit-Vorstoß nach langem Hin und Her jetzt aufgegriffen und sich damit wenigstens ein Stück weit näher an die Probleme der Beschäftigten herangerobbt“, so Torun. Auch wer einen Angehörigen pflege, könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu machen, so Torun. Hierzu sei eine bessere Infrastruktur bei der Pflege nötig.
Wenn Beschäftigte allerdings in der Lage seien, Vollzeit zu arbeiten, dann sollten sie sich „nicht mit einem Teilzeitjob abspeisen lassen“, sagt Torun. Die NGG warnt Arbeitgeber in Düsseldorf davor, ihre Beschäftigten – und hier vor allem auch Frauen – „in Teilzeit zu drängen“: „Entscheidend ist, welches Arbeitspensum man persönlich machen kann und will. Es darf nicht darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen, wenn man lieber Vollzeit arbeiten möchte.“.

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