„Je nachdem, wie die Elterngeneration gepolt ist, können solche veralteten Vorstellungen durchaus berufliches Glück oder Unglück von Kindern mit anbahnen“,weiß Dr. Christian Henke, der in der Handwerkskammer Düsseldorf den Abteilungsbereich Bildungspolitik leitet. Ein besonderes Risiko verberge sich hinter der reflexhaften Fehlbeurteilung und Beratung von Karrieremöglichkeiten durch Ältere und Vorbilder bei der Grundsatz-Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium, die zu den wichtigsten Weichenstellungen im Leben junger Menschen zählt.
Aber – nächstes Fehlurteil – wesentlich weniger „endgültig“ werde als verbreitet angenommen: Ein Switch vom hochschulischen in den dualen Bildungsweg und umgekehrt ist (meist) möglich. Mit der Video-Serie „Wahr oder falsch – 14 Mythen rund um Ausbildung und Studium“ greift die regionale Runde „Kein Abschluss ohne Anschluss (KaoA) diese Thematik auf. Aktuell erscheint wöchentlich ein Kurzvideo, das verbreitete Annahmen aufgreift und einordnet. Die Reihe richtet sich insbesondere an Eltern von Jugendlichen in der Berufswahlphase und soll Orientierungs- und Entscheidungsprozesse unterstützen. Insgesamt werden bis zu den Sommerferien 14 Videos veröffentlicht.
Das Landesprogramm KAoA unterstützt Jugendliche in NRW beim Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium und fördert eine frühzeitige berufliche Orientierung. Die Videos stellen gängigen Mythen realistische Perspektiven gegenüber. So wird unter anderem thematisiert, welche Rolle Eltern bei der Berufswahl spielen, wie sich Karrierechancen nach einer Ausbildung entwickeln und warum die Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium keine reine „Typfrage“ ist. Die Kurzfilme sollen kompakte Informationen vermitteln und zeigen, dass berufliche Wege individuell verlaufen, sich weiterentwickeln können – und sich sogar kombinieren lassen.