„Wir sind im Stadtbezirk auf viel Zustimmung für unser Anliegen gestoßen, dass die industriekulturelle Geschichte von Rath nicht vergessen werden darf“, sagt Initiator Ralf Keller, der auf der Versammlung Ende Februar zum Vereinsvorsitzenden gewählt worden war.
Einst war dieser Stadtteil eine industrielle Hochburg im Norden von Düsseldorf. Aufgrund der guten Lage an drei Eisenbahnstrecken, siedelte sich ab 1860 insbesondere die Metall verarbeitende Industrie mit Maschinenfabriken und Gießereien hier an und 1899 kamen die Röhrenwerke hinzu. Dies hatte Rath bei der Eingemeindung 1909 zur „reichen Braut“ gemacht und bis heute bei der Entwicklung des Stadtteils deutliche Spuren hinterlassen.
In der Öffentlichkeit und in der Kommunalpolitik spielt das Thema der historischen Bedeutung der Industrie in Düsseldorf für die Stadtentwicklung leider keine große Rolle, bedauert Ralf Keller. Oft genug sei hier der Denkmalschutz vernachlässigt worden. „So ging in den letzten Jahrzehnten viel erhaltenswerte Substanz für immer verloren.“
Der Verein will aktiv für den Denkmalschutz eintreten, etwa für die denkmalgeschützten Bauten und Objekte auf dem ehemaligen Mannesmann-Gelände. Keller: „Das Aufstellen des Mannesmann-Vallourec-Erinnerungsstücks war ein erstes wichtiges Zeichen, damit im Stadtteil nicht die letzten Erinnerungen an die Industrie und ihrer Arbeitnehmer verloren gehen.“
Mittlerweile ist die Gruppe der „IndustrieKultur Rath“ auf 20 Personen angewachsen und erhält auch von anderen Düsseldorfer Industriekultur-Initiativen viel Unterstützung. Der Verein hat zum Ziel, die Industriekulturgeschichte der Stadtteile Rath und Mörsenbroich aufzuarbeiten und ein Konzept zu entwickeln, um die Spuren und die Bedeutung wieder erlebbar zu machen. Geplant sind Infoflyer, Rundgänge, Besichtigungen, Veranstaltungen und ein „Industriepfad“, ähnlich wie bereits existierende wie in Gerresheim oder Flingern. Ralf Keller: „Es soll aufzeigt werden, welche sichtbaren und unsichtbaren Spuren die Industrialisierung in unseren Stadtbezirk hinterlassen hat und wie wir heute noch durch sie geprägt sind, um so die Identität mit den beiden Stadtteilen zu stärken.
Erste Aktivitäten, wie ein industriehistorischer Stadtteilrundgang, der Stationen an alten Industriefirmen, Baudenkmälern, Wohnsiedlungen, Eisen- und Straßenbahnen beinhaltet, und die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals im September 2026, sind schon in Vorbereitung.