Preise für Salwa Elsadik und Jacques Tilly Vorne an der Front

Tonhalle-Chefdirigent Adam Fischer hat im Rahmen des Menschenrechtskonzerts mit den Düsseldorfer Symphonikern den entsprechenden Preis an die sudanesische Frauenrechtlerin Salwa Elsadik verliehen. Wagen-Künstler Jacques Tilly erhielt parallel eine Solidaritätsauszeichnung.

Dirigent Adam Fischer (r.) mit den Ausgezeichneten Salwa Elsadik und Jacques Tilly.

Foto: Susanne Diesner

Mit der Wahl der sudanesischen Preisträgerin will man einen vergessenen Krieg stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken: „Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die fürchterliche Eskalation im Nahen Osten dominieren die Schlagzeilen. Vom Sudan spricht niemand“, so Adam Fischer bei der Verleihung in der voll besetzten Tonhalle.

Seit drei Jahre herrscht im Sudan ein Bürgerkrieg, den die Vereinten Nationen als die derzeit größte humanitäre Katastrophe weltweit bezeichnen. Salwa Elsadik gründete und leitet die Women Advocacy and Development Initiative (WADI), die sich für Frauen und Mädchen im Sudan einsetzt und an vorderster Front humanitäre Hilfe leistet. Trotz Gewalt und politischer Instabilität kämpft sie unermüdlich für Frieden, Gleichberechtigung und Menschenrechte.

In einer bewegenden Dankesrede bat Salwa Elsadik um Solidarität für die Frauen im Sudan: „Frauen zu unterstützen, ist keine Wohltätigkeit. Es ist eine Investition in den Frieden. Wenn Frauen unterstützt werden, erholen sich Familien. Gemeinschaften stabilisieren sich. Und Gesellschaften kommen Gerechtigkeit und dauerhaftem Frieden näher.“

Während Salwa Elsadiks Arbeit im Sudan vor den Augen der Weltöffentlichkeit verborgen bleibt, lösen die politisch-satirischen Mottowagen, die Jacques Tilly mit seinem Team alljährlich für den Düsseldorfer Rosenmontagszug baut, stets ein breites Medienecho aus. Immer wieder nimmt Tilly in seinen bissigen Entwürfen auch den russischen Präsidenten Putin aufs Korn. Im Dezember 2025 wurde Jacques Tilly in Moskau wegen „Verunglimpfung der russischen Staatsorgane und Verbreitung von Falschinformationen über die Armee“ angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine Geldstrafe oder sogar bis zu zehn Jahre Haft.

„Putin greift mit seiner Anklage gegen Tilly uns alle an und unsere demokratische Kultur. Nicht nur Jacques Tilly als Person wird bedroht, es ist ein Angriff auf fundamentale Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit“, so Adam Fischer. Tilly bedankte sich für die zahlreichen Solidaritätsbekundungen in den vergangenen Wochen aber auch bei „bei Präsident Putin, seiner Entourage, seinem Regime und natürlich Putins willfährigen Helfern in der russischen Unrechtsjustiz. Denn jeder kann nun deutlich sehen, dass das russische Regime tatsächlich Angst vor närrischen Pappfiguren hat.“

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