Auf den ersten Blick wirken Arktis und Antarktis lebensfeindlich. Doch tatsächlich sind beide Regionen überraschend artenreich; sie sind sogar entscheidend für viele biologische Kreisläufe auf der Erde. Ebenso zentral wirken die Polarregionen auf das weltweite Klima ein. Gleichzeitig sind sie besonders stark vom Klimawandel betroffen; kaum ein anderer Ort auf unserem Planeten weist einen höheren Temperaturanstieg aus – mit erheblichen Folgen, etwa das Schmelzen von Meer- und Festlandeis, was wiederum Rückkopplungseffekte auf das Klima haben kann.
Dr. Ellen Oldenburg, die die Ausstellung zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Ovidiu Popa konzipierte und kuratierte: „Wir durften zweimal mit dem Forschungsschiff Polarstern für mehrere Wochen in die Arktis reisen. Wir haben dort Proben im Meerwasser und in Eisschollen genommen, um die mikrobiellen Lebensgemeinschaften zu untersuchen. Diese sind eine Grundlage für das höhere Leben in der Arktis und verändern sich, nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels.“ Die Reisen mit dem Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven fanden 2022 und 2024 statt.
Die Biologin Prof. Dr. Sieglinde Ott hat bereits vor mehr als 25 Jahren mehrere Expeditionen in die Antarktis unternommen. Sie untersuchte auf dem Südkontinent an verschiedenen Stellen das Wachstum von Flechten. Ott: „Flechten sind in Symbiose lebende Gemeinschaften von Pilzen und Algen, manchmal zusätzlich auch Bakterien. Es ist faszinierend, an welch unterschiedlichen Orten diese zu finden sind und wie sie sich an verschiedene Umweltbedingungen – auch so extreme wie die in der Antarktis – angepasst haben.“
Die Düsseldorfer Forschenden brachten von ihren Reisen viele Fotos mit, die die Schönheit der Polarregionen, aber auch ihre Verletzlichkeit dokumentieren. Natürlich gehören auch Bilder von Eisbären dazu, die bei den Fahrten der Polarstern regelmäßige Begleiter waren. Ihre Bilder haben Oldenburg, Ott und Popa ergänzt mit weiterem Material von Forschungskolleginnen und -kollegen. Insgesamt sind so 48 Bilder zusammengekommen, die bis 12. Juni im Haus der Universität zu sehen sind.
Prof. Dr. Georg Pretzler, Leiter des Hauses der Universität: „Die Fotoausstellung zeigt eindrucksvoll, wie einerseits unwirtlich und andererseits faszinierend die Polargebiete sind. Und sie dokumentiert an vielen Stellen, welche wichtige Arbeit Forschende leisten, um diese Regionen und ihren vielfältigen Einfluss auf unseren Planeten besser zu verstehen.“ Dies sei Arbeit unter extremen und teilweise gefährlichen Bedingungen.