Ausstellung nimmt Migration in den Fokus Über die Welt „Hinter dem Mittelmeer“

Mit dem Titel „Hinter dem Mittelmeer“ ist eine Ausstellung mit Fotografien, Reportagen und Hintergrundinformationen entlang zentraler Migrationsrouten im Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, überschrieben. Sie wird am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr eröffnet.

Das Bild zeigt Fanta Quraishi und Mabinti, zwei Krankenschwestern aus Sierra Leone - „Migration wird eine der großen globalen Herausforderungen bleiben“.

Foto: Mirco Keilberth

Mehr als zehn Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015 hat sich die Stimmung in Europa gewandelt. Durch Abkommen mit Staaten am westlichen und südlichen Mittelmeer sollen Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge daran gehindert werden, nach Italien, Griechenland oder Spanien zu gelangen.

Obwohl die Zahl der Ankommenden deutlich zurückgegangen ist, bestehen die Ursachen für Migration weiterhin fort. Krieg, Klimawandel, Vetternwirtschaft, Arbeitslosigkeit und die schleichende Entstaatlichung ganzer Regionen treiben nach wie vor viele junge Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Familien sehen sich gezwungen, ihr gesamtes Hab und Gut zu verkaufen, um ihren Angehörigen die Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen.

Die Ausstellung „Hinter dem Mittelmeer“ beleuchtet aktuelle Fluchtrouten, die wirtschaftliche Lage in den Herkunftsländern sowie die Strategien der EU am südlichen und westlichen Mittelmeer. Mit eindrucksvollen Fotografien, Videos, Zahlen und Expertengesprächen vermittelt sie Einblicke in die Lebensrealitäten von Geflüchteten: von den Zeltstädten in Tunesien über den Alltag in Damaskus und Tripolis bis zu den Schmuggelrouten durch die Sahara.

Die gezeigten Reportagen und Bilder porträtieren Menschen aus Syrien, dem Libanon, Tunesien, Libyen, dem Sudan und Westafrika, die aufgebrochen sind, fliehen mussten oder freiwillig zurückgekehrt sind. Dabei greift die Ausstellung Fragen auf, die in der täglichen Berichterstattung häufig unbeantwortet bleiben und macht deutlich, dass Migration – auch wenn sie nicht mehr täglich die Schlagzeilen dominiert – eine der großen globalen Herausforderungen der kommenden Jahre bleiben wird.
Konzipiert wurde die Schau von Mirco Keilberth. Er ist unabhängiger Journalist, Filmemacher und Medienpädagoge mit Schwerpunkt auf Nordafrika und Südosteuropa. Der gebürtige Hamburger studierte Medien- und Kulturwissenschaften und begann seine journalistische Laufbahn mit der Berichterstattung über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre in Belgrad und Sarajevo, bevor er Dokumentarfilme und Reportagen über Konflikte in Afrika produzierte. Er bereiste mehr als 20 Länder in Subsahara-Afrika. Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist Migration. Dazu hält er regelmäßig Vorträge und organisiert Fotoausstellungen.

„Hinter dem Mittelmeer“ läuft bis 31. Juli. Geöffnet ist sie montags und mittwochs, 10 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags, 10 bis 19 Uhr und freitags von 10 bis 14 Uhr. Wochenende und feiertags geschlossen.