St. Martins-Fest ist jetzt Kulturerbe „Ansporn“

Große Anerkennung für ein gelebtes Stück rheinischer Kultur: Die rheinische Martinstradition ist in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Damit würdigen die Deutsche UNESCO-Kommission und die Kultusministerkonferenz eine Tradition, die seit Generationen das gesellschaftliche Leben prägt.

St. Martin vor St. Margareta in Gerresheim - „Für alle Ehrenamtlichen...“

Foto: Aktionsgemeinschaft

Sebastian Freitag von der Aktions-Gemeinschaft Martinus Düsseldorf-Gerresheim zeigt sich hocherfreut über diese Entscheidung: „Die Aufnahme in die bundesweite Kulturerbe-Liste ist eine besondere Auszeichnung für alle, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Martinsfeste engagieren. Sie bestätigt die große kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung unserer Tradition.“

Die rheinische Martinstradition hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert und entwickelte sich aus älteren, bäuerlich geprägten Bräuchen rund um den Martinstag. Heute ist sie weit über das Rheinland hinaus verbreitet und gehört für viele Menschen fest zum Jahreslauf. Typische Elemente sind die Laternenumzüge, das gemeinsame Singen von Martinsliedern, das Martinsfeuer sowie die Darstellung der Mantelteilung als Sinnbild für Mitmenschlichkeit und Teilen.

Besonders prägend ist die starke lokale Verankerung: Hunderte Sankt Martins-Vereine organisieren die Feste eigenständig und sind Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Dabei steht die Tradition allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Alter. Die Weitergabe erfolgt von Generation zu Generation. Kinder basteln Laternen, lernen Lieder und wachsen ganz selbstverständlich in die Tradition hinein. Viele Erwachsene engagieren sich später selbst aktiv in den Vereinen – ein lebendiger „Generationenvertrag“, der die Zukunft der Martinstradition sichert.

Auch in einer sich wandelnden Gesellschaft bleibt die Botschaft des Heiligen Martin aktuell, heißt es vonseiten der Martinus-Gemeinschaft. „Teilen, Mitgefühl und Gemeinschaft. Gerade diese universellen Werte machen die Tradition so anschlussfähig für Menschen unterschiedlichster kultureller Hintergründe.“

Mit der bundesweiten Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe werde nicht nur die historische Bedeutung gewürdigt, sondern auch die lebendige Gegenwart der Martinstradition gestärkt. Gleichzeitig mache sie auf Herausforderungen aufmerksam, etwa steigende organisatorische Anforderungen oder den Rückgang ehrenamtlichen Engagements.

Sebastian Freitag betont: „Diese Auszeichnung ist für uns Ansporn, die Martinstradition auch in Zukunft lebendig zu halten und weiterzugeben. Sie gehört zu unserer Identität.“

St. Martin vor St. Margareta in
„Ansporn“
St. Martins-Fest ist jetzt Kulturerbe „Ansporn“