Rat beschließt Bau der neuen Heuss-Brücke ohne Bahn „Weichen gestellt“

Der Stadtrat hat vergangene Woche die weitere Planung für einen Neubau der Theodor-Heuss-Brücke beschlossen. Die neue Brücke ist weiterhin ohne Stadtbahntrasse (siehe Kasten) vorgesehen.

Bevor die neue Theodor-Heuss-Brücke steht, muss die bestehende so gerüstet werden, dass sie zumindest noch teilweise für den Individualverkehr nutzbar ist.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

(SP) Ein Hintertürchen ließ sich der Rat jedoch offen - die Neubauplanung solle so erfolgen, dass eine Stadtbahnlinie im Bereich der zu errichtenden Fahrspuren zu einem späteren Zeitpunkt integriert werden könnte. „Mit dem Beschluss sind die Weichen für eine zukunftsorientierte Brücke im Herzen der Stadt gesetzt. Leistungsfähig für aktuelle Verkehre und anpassungsfähig für die Mobilität der Zukunft“, erklärt Stadtkämmerin Dorothée Schneider.

Um die Brücke bis zum Neubau zumindest teilweise für den Individualverkehr nutzbar halten zu können, wurde zudem entschieden, dafür Vorkehrungen zu treffen (Finanzvolumen etwa 37 Millionen Euro). Dies soll insbesondere durch die Ertüchtigung der Kragarme – also den Bereichen der Geh- und Radwege an den Außenseiten der Brücke – geleistet werden. „Mit beiden Entscheidungen stellen wir sicher, dass Düsseldorf sowohl kurzfristig als auch langfristig gut aufgestellt ist. Wir sichern die bestehende Brücke für die kommenden Jahre und legen den Grundstein für einen leistungsfähigen Neubau“, so Oberbürgermeister Stephan Keller.

Mit dem Ratsbeschluss beginne nun der konkrete Planungsprozess. Parallel dazu wird nach Stadtangaben eine gestalterische Untersuchung unter Einbeziehung externer Architektur- und Ingenieurbüros vorgenommen. Demnach soll der Neubau „den verkehrlichen Anforderungen der kommenden Jahrzehnte entsprechen und sich gleichzeitig in die Düsseldorfer Brückenfamilie einfügen.“ Daher spiele die Berücksichtigung des historischen Erscheinungsbilds der bestehenden Brücke eine wichtige Rolle.

Hintergrund zur Neubau-Entscheidung:

Die Theodor‑Heuss‑Brücke wird regelmäßig gemäß DIN 1076 „Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen – Überwachung und Prüfung“ untersucht. Diese Bauwerksprüfungen sind Teil der Verkehrssicherungspflicht der Stadt. Das Ergebnis dieser wiederkehrenden Untersuchungen ist demnach eindeutig: Sie bestätigen zwingend erforderliche und priorisierte Sanierungen, die notwendig sind, um Stand‑ und Verkehrssicherheit sowie die Dauerhaftigkeit des Bauwerks bis zum Neubau zu gewährleisten. Bereits 2025 hatte der Rat den Ersatzneubau daher grundsätzlich beschlossen.

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