Düsseldorfer Polizei kommt zur Beratung ins Wohnzimmer

Polizei-Aktion für mehr Sicherheit : Die Kripo kommt zur Beratung ins Wohnzimmer

Taschendiebstähle, Telefon-Trickbetrüger, Cyber-Attacken per Mail und Wohnungseinbrüche – es gibt Verhaltenstipps, die dabei helfen können, kein Opfer solcher Straftaten zu werden. Das Kriminalkommissariat „Kriminalprävention/Opferschutz“ der Düsseldorfer Polizei setzt sich dafür ein, Straftaten und Opferzahlen zu reduzieren. In unserer neuen Serie „Straftaten vorbeugen“ stellen wir die verschiedenen Bereiche der kriminalpräventiven Arbeit und die jeweiligen Ansprechpartner der Polizei vor. Los geht es mit Kriminalhauptkommissar Lutz Türk. Er ist zuständig für die Beratung von Senioren.

Es gibt durchaus Delikte, die Senioren häufiger betreffen als junge Menschen. Während Ältere seltener von einer Gewalttat betroffen sind, fallen sie eher Eigentumsdelikten zum Opfer. Dazu zählen Trickbetrügereien an der Wohnungstür, unter anderem der Enkeltrick, beginnend am Telefon, oder Trickdiebstähle aus der Wohnung. Dies sind nur einige der vielen Maschen bzw. Taten, mit denen Straftäter an die Ersparnisse, ans Bargeld oder an den Schmuck ihrer Opfer gelangen wollen.

Um ältere Menschen vor diesen Straftaten zu schützen, macht die Düsseldorfer Polizei auf die häufigsten Delikte immer wieder aufmerksam und gibt dazu Verhaltenshinweise. „Leider fallen weiterhin viele Senioren auf die Tricks der Betrüger herein. Die beliebtesten Maschen der Täter sind derzeit, sich per Telefon als Polizisten auszugeben, der Enkeltrick und falsche Gewinnspielversprechen“, erklärt Kriminalhauptkommissar Lutz Türk.

Beim Trick „Falsche Polizeibeamte“ nutzen die Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige des Angerufenen zum Beispiel die Polizei-Notrufnummer 110 erscheinen lässt. Am Telefon versuchen sie dann, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld oder Wertgegenstände an einen angeblichen (Polizei-)Kollegen zu übergeben. Diese Übergabe erzwingen die Betrüger, indem sie beispielsweise behaupten, dass Schmuck oder Bargeld bei dem Angerufenen zu Hause nicht mehr sicher seien, weil Diebe in der Gegend auf Beutezug sind. „Die Polizei ruft nie unter der 110 bei Ihnen zu Hause an, fragt niemals nach Bankdaten, Geld oder Wertgegenständen und würde Sie auch nie dazu auffordern, etwas davon an der Tür zu übergeben“, warnt Lutz Türk. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich nicht unter Druck setzten lassen und am besten auflegen.

Das gleiche gilt für die Enkeltrick-Masche. Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei älteren und meist alleinlebenden Menschen an, geben sich als Enkel aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Wohnungskauf. Die Lage wird immer als sehr dringlich dargestellt, Betroffene werden durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt und zur Verschwiegenheit überredet. „Hier wird gezielt die Einsamkeit der Leute ausgenutzt und damit massiver Druck ausgeübt. Wer tatsächlich schon lange keinen Kontakt zum Enkel hatte, freut sich über einen solchen Anruf und möchte auch helfen. Meist in der Hoffnung, wieder regelmäßiger Kontakt zu haben“, weiß Lutz Türk. Sobald das Opfer einer Geldübergabe zugestimmt hat, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. „Hier gilt eine einfache Regel: Niemals einem Fremden Geld oder Wertgegenstände an der Haustür übergeben. Wer sich doch unsicher ist und glaubt, dass es der Enkel sein könnte: Legen Sie zunächst auf und rufen Sie bei Ihrem Enkel oder anderen Verwandten über eine ihnen bekannte Telefonnummer zurück und fragen Sie, ob jemand etwas von der vermeintlichen Notlage des Enkels weiß“, so der Kriminalhauptkommissar.

Telefonisch, aber häufig auch per E-Mail, machen Täter falsche Gewinnspielversprechen. Bei dieser Masche meldet sich ein vermeintlicher Rechtsanwalt oder Notar und behauptet, dass das Opfer einen hohen Geldbetrag, eine Reise oder ein Auto gewonnen habe. Vor der Übergabe des Gewinns sei allerdings eine „Verwaltungsgebühr“ fällig. „Wer etwas gewinnt, muss dafür nie in Vorkasse treten und eine solche Gebühr zahlen. Und machen Sie sich bewusst: Haben Sie überhaupt an irgendeiner Lotterie teilgenommen? Wenn nicht, können Sie auch nichts gewinnen“, rät Lutz Türk.

Aufklären über die Vorgehensweise von Kriminellen, um so Straftaten vorzubeugen – das ist das Ziel des Kriminalkommissariat „Kriminalprävention/Opferschutz“. Seit 1989 ist Kriminalhauptkommissar Lutz Türk im Bereich der präventiven Seniorenarbeit tätig und weiß: „Eigentlich sind die Maschen bekannt. Aber es fallen weiterhin viele ältere Menschen auf diese Tricks herein. Deswegen verteilen wir nicht nur Flyer, wir kommen auch zur Beratung direkt ins Wohnzimmer.“

Kein Scherz: Die Kripo kommt zu Ihnen ins Wohnzimmer. Finden Sie sich in Kleingruppen ab fünf Personen ein und verabreden Sie mit Lutz Türk einen Termin. Das kostenlose Angebot richtet sich an Senioren ab 60 Jahren, kann aber natürlich von Kindern und Enkeln initiiert werden, die ebenfalls an der Beratung gemeinsam mit ihren Eltern bzw. Großeltern teilnehmen. Das Angebot können ebenso Senioreneinrichtungen oder auch Vereine in Anspruch nehmen.

Mehr Informationen dazu gibt es telefonisch bei Lutz Türk unter 0211-8706881.

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