Bis zum 17. August finden im Düsseldorfer Hofgarten wieder an jedem Samstag Konzerte statt

Jazz und Weltmusik im Hofgarten : Grenzüberschreitende Klänge

Wer denkt, dass nach der „Jazz Rallye“, dem „Open Source“, das unglücklicherweise in diesem Jahr zum letzten Mal stattfand, und dem „Golzheim Fest“ die Open-Air-Saison in Düsseldorf vorbei ist, der irrt gewaltig.

Es gibt nämlich noch eine weitere wunderbare Gelegenheit, um im Sommer Musik im Freien zu genießen. Diese hat sich allerdings nicht elektronischen Beats, HipHop, Pop oder Rock verschrieben, sondern widmet sich vielmehr dem Jazz und der Weltmusik. Noch bis zum 17. August findet „Jazz und Weltmusik im Hofgarten“ jeden Samstag im Musikpavillon zwischen Schauspielhaus und Schloss Jägerhof statt. Der Name des Festivals kommt selbstredend nicht von ungefähr: Die Musik-Acts bieten eine spannende Abwechslung zwischen zeitgenössischem Jazz und musikalischen Ausflügen in andere (Musik-)Kulturen: Jeweils um 15 Uhr und kostenlos können sich die Besucher auf eine klangintensive Reise durch verschiedene Länder und Genres begeben.

„Jazz und Weltmusik im Hofgarten“ findet bereits seit 40 Jahren statt und wird von der Jazzschmiede und dem Eine-Welt-Forum e.V. veranstaltet.

Die erste Auflage entstand, um die seinerzeit sehr rege und weit über die Standgrenzen hinaus bekannte und beliebte Düsseldorfer Jazzszene auch der einheimischen Bevölkerung schmackhaft zu machen. Der größte Teil der Düsseldorfer konnte nämlich Ende der 1970er so gar nichts mit Jazz anfangen.

Die beiden Schlagzeuger Peter Weiss und Rolf Drese organisierten daher 1979 kurzerhand das erste Open-Air-Jazzfestival im Hofgarten, um auch diejenigen für den Jazz (die Weltmusik kam erst später dazu) zu begeistern, die sich noch nie zuvor mit dem Musikgenre befasst hatten. Mit Erfolg: Inzwischen kommen jedes Jahr mehrere tausend Besucher zu „Jazz und Weltmusik im Hofgarten“.

Den Auftakt gab schon in der vergangenen Woche das World Percussion Ensemble, an diesem Samstag, 3.8., geht es mit einem Doppelkonzert weiter. Das Frankfurt Jazz Trio spielt in einer Special Edition zusammen mit dem Ausnahme-Saxofonisten Tony Lakatos Kompositionen von Lakatos, Sasse, Kurt Weill und Thelonius Monk. Dabei spannen sie einen Bogen vom Modern Jazz bis zu Highlights der Jazz-Historie. Zudem wird das Kozma Orkestar zu hören sein, das gleichermaßen für Klezmer-, Balkan- und Romatraditionals steht und bei dem sich westliche, östliche, urbane wie auch Einflüsse aus dem Folk vereinen.

Am 10.8. geht es weiter mit dem Kioomars Musayyebi Quartett, das orientalische Melodien und Rhythmen mit europäischen Arrangements vermischt. Am gleichen Tag treten noch Haus auf, die Formation des ehemaligen Gary-Burton-Meisterschülers und Jazzpott-Preisträgers Mathias Haus: eloquent, aufmerksam und energetisch.

Den finalen Nachmittag des Festivals gestalten Shinkarenko Jazz 4 N. Bassist, Komponist und Bandleader Leonid Shinkarenko ist eine der Schlüsselfiguren des litauischen Jazz. Seine originellen Kompositionen sind vor allem für ihre packenden Balladen bekannt. Außerdem wird noch die Marion Sobo Band zu sehen und zu hören sein, die Globale Musik und Jazz mit Chanson verbindet und eine ganz eigene Interpretation von modernem und vokalem Gypsy Jazz zu bieten hat. Das Quintett um die franko-amerikanische Sängerin Marion Lenfant-Preus und den polnischen Gitarristen Alexander „Sobo“ Sobocinski nutzt seine internationalen Wurzeln, um sein Publikum auf eine musikalische Reise von West- nach Osteuropa mitzunehmen. Bon Voyage!