Streetworker-Erfolge in der Altstadt „Klartext“

Streetwork ist ein wesentlicher Bestandteil des Projektes „Sicherheit in der Düsseldorfer Innenstadt“ (SiDI). Die pädagogische Arbeit der Streetworker von kohleG, die im Auftrag der Stadt arbeiten, soll seit Projektstart im Mai 2022 Altstadt und Rheinufer sicherer machen. „Das trägt Früchte“, sagen die Streetworker Derick Addy und Tiemo Imhof.

 Unter Streetworkern: Oberbürgermeister  Dr. Stephan Keller (m.) mit Derick Addy (l.) und Tiemo Imhof.

Unter Streetworkern: Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (m.) mit Derick Addy (l.) und Tiemo Imhof.

Foto: Stadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Mittel- und langfristiges Ziel des Streetworks ist es, Gewaltpotentiale bei der Zielgruppe – Jugendliche und junge Erwachsene – abzubauen. Unmittelbar sollen durch kontinuierliche Präsenz und niederschwellige Intervention Eskalationen im Keim erstickt werden. „Die Streetworker bauen Vertrauen zur Zielgruppe auf und bieten weiterführende Hilfe an“, betont Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. „Das Besondere an ihrer Arbeit ist aber der konfrontative Ansatz: Es wird Klartext geredet. Diese Ansprache, gepaart mit der methodischen und nachhaltigen Arbeitsweise, ist das Erfolgsrezept.“

Derick Addy von kohleG (siehe Kasten) erklärt: „Wir sprechen die Sprache unserer Zielgruppe und konfrontieren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ihrem Verhalten und ihren Einstellungen. Wir bieten aber immer auch ein offenes Ohr bei Problemen sowie Beratung und Lösungswege an.“ Anhand der regelmäßigen Dokumentation der Arbeit könne man Erfolge messbar machen. Addy: „So sehen wir gerade in diesem Jahr, dass unsere kontinuierliche Beziehungsarbeit Früchte trägt und immer mehr junge Menschen unsere weiterführenden Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen. Gleichzeitig beobachten wir in diesem Jahr schon deutlich weniger intensive Gewaltausbrüche und mussten deshalb auch seltener die Polizei hinzurufen.“

Auch Kontakte zu Erwachsenen und Gastronomen bestätigten dieses Bild. „Wir bekommen von Anwohnern und Unternehmern am Rheinufer zurückgemeldet, dass sich die Lage und vor allem das subjektive Sicherheitsempfinden deutlich gebessert hat“, sagt Addys Kollege Tiemo Imhof.

Über Beobachtungen zu Konflikten, Provokationen und Respektlosigkeiten führen die Streetworker Statistiken. Seit Juni 2022 wurden 230 solcher Fälle beobachtet. In 123 Fällen intervenierten die Streetworker aktiv, in 21 Fällen wurde OSD oder Polizei hinzugezogen. „Die Bandbreite der Fälle erstreckt sich von Spaßkämpfen und dummen Sprüchen bis zu Beleidigungen und echten Handgreiflichkeiten“, sagt Derick Addy. „Wir greifen allerdings nicht immer sofort ein. In vielen Fällen klären sich die Konflikte von alleine. Junge Menschen müssen auch den Raum erhalten, selbständig zu lernen, Konflikte vernünftig auszutragen. Nicht selten verändern sie auch schon ihr Verhalten, wenn sie merken, dass sie unter unserer Beobachtung stehen.“

Die durch die Streetworker erhobenen Zahlen zeigten außerdem eine deutliche Zunahme der Inanspruchnahme von weiterführenden Hilfen und Beratungen seitens der Zielgruppe. Waren es im vergangenen Jahr noch höchstens bis zu vier Personen pro Woche, die Beratungs- und Unterstützungsangebote wahrnahmen, liege dieser Wert seit Beginn des Jahres 2023 konstant bei bis zu sieben Personen pro Woche.

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