Deutsche Pendlerhauptstadt: Frankfurt knapp vor Düsseldorf

: Deutsche Pendlerhauptstadt: Frankfurt knapp vor Düsseldorf

Düsseldorf gilt seit Jahren als Pendler-Hauptstadt Nordrheinwestfalens. Das statistische Landesamt IT.NRW bestätigte durch Zahlen zu den Düsseldorfer Pendlerströmen schon im Jahr 2016, dass die Stadt in der Metropolregion Rheinland an der Spitze für Ein- und Auspendler liegt. Der Anteil der Einpendler in Düsseldorf betrug damals 62 Prozent aller sozialversicherten Beschäftigten. Obwohl dieser Wert der höchste in Nordrheinwestfalen ist, liegt deutschlandweit eine andere Stadt an der Spitze: Frankfurt am Main.

Steigende Pendlerzahlen nach Vernetzung

Die Vernetzung der Metropolregion Rheinland lässt sich an kaum etwas besser ablesen als an den Düsseldorfer Pendlerzahlen. In der Region gilt die Stadt als attraktiver Arbeitsstandort. Im Vergleich mit anderen Großstädten punktet die Landeshauptstadt unter anderem als bedeutender Messe- und Medienstandort. Aus diesen und ähnlichen Gründen betrug die Gesamteinpendlerzahl in Düsseldorf laut der IT.NRW während dem Jahr 2017 fast 300.000.

Düsseldorf bleibt Wachstumsraum

Das städtische Amt für Wirtschaftsförderung gibt für Düsseldorf einen Pendlerzuwachs um 20 Prozent an, was den Zeitraum zwischen 2007 und 2017 betraf. Obwohl die meisten Düsseldorfer Einpendler zur Erhebungszeit aus Duisburg stammten, waren auch die Städte Neuss und das entfernte Köln unter den Top-Heimatorten der Pendler-Massen vertreten. Dass Düsseldorf weiterhin als Wachstumsraum gilt, bestätigte die IHK mit vergleichbaren Zahlen der Stau- und Pendlerstudie 2018. Selbige krönte allerdings eine andere Stadt zur Pendlerhauptstadt der Deutschen: Frankfurt am Main.

350 000 Einpendler in Mainhatten

Hohe Wolkenkratzer. Zukunftsorientierung. Geschäftiges Innenstadttreiben und attraktive Hotels, die für ihre Tagungsräume als beliebte Geschäftsadressen gelten. Man nennt die Mainmetropole Frankfurt nicht umsonst Mainhatten. Mit einem Einpendler-Anteil von fast zwei Dritteln beweist die Stadt überregional ihren boomenden Arbeitsmarkt. Tausende Arbeitsplätze sind hier in den vergangenen Jahren neu entstanden. Über 350.000 Einpendler arbeiten Tag für Tag vor Ort. Jeder fünfte Pendler kommt extra aus Mainz täglich in die Mainstadt. Solche Pendlerströme kurbeln zwar die Wirtschaft und das Wachstum an, aber sind auch mit Herausforderungen für die Stadt verbunden.

Neue Konzepte zum Umgang mit Verkehrsströmen

Die Infrastruktur von Frankfurt ist nicht auf stetig steigende Pendlerzahlen ausgelegt. Die Folge sind Staus und ähnliche Verkehrsprobleme. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Stadt aufgrund des Pendlerzuwachses deshalb bereits mit dem Ausbau ihres Verkehrsnetzes. Das betrifft sowohl das Straßennetz als auch das öffentliche Verkehrsnetz. In Zeiten des Klimaschutzes sind gerade Maßnahmen zum Ausbau des letzteren unumgänglich. Ob Frankfurt am Main den Ruf einer deutschen Pendlerhauptstadt auch zukünftig aufrechterhalten wird, hängt teils vom Erfolg der Ausbaumaßnahmen ab. Auf dem Weg in die Arbeit stundenlang im Stau zu stehen, nehmen Arbeitnehmer nämlich nur ungern in Kauf.