Laubbläser machen einen wichtigen Job - und gehen trotzdem manchem auf die Nerven

Last mit Laubbläsern : Gegenwind

Der Laubbläser ist in den vergangenen Jahren zu einer Art Lieblingsfeinbild vieler Städter geworden. In Sozialen Netzwerken tauchen immer wieder Postings auf, in denen sich Menschen über die Belästigung durch die beizeiten nervtötenden Gerätschaften auslassen – und daraufhin viel Zuspruch von anderen Usern erfahren. Dabei ist das Entfernen des Laubs gerade in den Herbstmonaten natürlich dringend notwendig – wer mal mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß auf nassem Laub ins Rutschen gekommen ist, kann davon ein Liedchen singen.

In Düsseldorf fallen pro Jahr circa 2.000 Tonnen Laub an. Seit Ende September kümmern sich 300 Einsatzkräfte der städtischen Tochter AWISTA um die Entsorgung. Neben 46 Kehrichtwagen, 56 Kehrmaschinen und 6 Laubsaugern kommen dabei auch insgesamt 104 tragbare Laubbläser zum Einsatz. 66 davon sind benzinbetrieben (90 Dezibel), der Rest Elektrolaubbläser (79 Dezibel). Erstere werden von der AWISTA bereits seit einem Vierteljahrhundert verwendet, wie Udo Meyer, Leiter des Betriebsbüros, erläutert: „Um die Reinigungsarbeiten effektiver zu gestalten, werden seit über 25 Jahren benzinbetriebene tragbare Laubblasgeräte eingesetzt. Hiermit kann Laub auch unter Fahrzeugen entfernt und aus schwer erreichbaren Ecken herausgeblasen werden.“

Dauert die Laubzeit normalerweise von Anfang Oktober bis Mitte Dezember, gab es in diesem Jahr durch die ausgeprägte Hitze und Trockenheit bereits in den Sommermonaten erheblichen Laubfall. Der konnte allerdings, wie Meyer erklärt, mit den vergleichsweise geräuschärmeren Akkugeräten beseitigt werden. „Die Akku-Geräte haben den Vorteil, dass sie weniger Lärm verursachen. Sie sind subjektiv nur halb so laut wie Benzingeräte. Zudem verursachen sie keine Abgase, haben geringe Wartungs- und Betriebskosten“, so der Leiter des Betriebsbüros. Sie seien allerdings auch zweieinhalb Mal so teuer wie ihre benzingetriebenen Artverwandten. Trotz dieser höheren Kosten setzt die AWISTA seit circa sechs Jahren verstärkt auf akkubetriebene Geräte. Die seien inzwischen so ausgereift, dass der Einsatz über eine komplette Schicht ohne Akkutausch möglich sei. Bei nassem Laub müsse man allerdings immer noch auf die leistungsstärkeren Benzingeräte zurückgreifen. Technisch seien diese weitgehend ausgereift, erklärt Udo Meyer: „Weitere Dämmung würde das Gewicht der Geräte nur zusätzlich erhöhen.“ Benzingeräte wiegen 10 Kilogramm, Akkugeräte 11,5 Kilogramm, beide werden wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen. Nach einer achtstündigen Schicht weiß man also vermutlich, was man getan hat.

Apropos Schicht: Der Schichtbeginn ist auch so ein Punkt, der von Laubbläser-Kritikern immer wieder thematisiert wird. Die Straßenreinigung, zu denen die Laubbläser gehören, sei bereits ab 6 Uhr morgens im Einsatz, erklärt Udo Meyer. Die aktuelle Lärmschutzverordnung schränke den Betrieb in Wohngebieten allerdings ein. Dort sei der Einsatz lediglich von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr zulässig. Für die Laubzeit hat die AWISTA allerdings von der Aufsichtsbehörde eine Ausnahmegenehmigung bekommen: Bis zum 31. Januar kommenden Jahres dürfen die Gerätschaften von 7 bis 20 Uhr zum Einsatz kommen.

Düsseldorfer, die an baumbestandenen Straßen oder Plätzen wohnen, müssen also noch ein paar Wochen durchhalten. Die ein oder andere Tonne Laub dürfte bis dahin noch abtransportiert werden. Kompostiert wurden im vergangenen Jahr lediglich 320 von 2.000 Tonnen. Das Gros des Laubs wandert aufgrund der Belastung durch Schwermetalle und andere Verunreinigungen oder Pflanzenkrankheiten in die Müllverbrennungsanlage.

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