Jazz Rally 2019: „Düsseldorf gibt den Ton an“

Jazz Rally : „Düsseldorf gibt den Ton an“

Zur diesjährigen Jazz Rally beschenkt sich der Veranstalter Destination Düsseldorf (DD) im 30. Geburtsjahr selbst. Vorstand Boris Neisser: „Wir haben uns diesmal tatsächlich eine kleine Extraportion gegönnt.“

So sind es vor allem die Auftritte von Aloe Blacc („I Need A Dollar“), der Reggae-Veteranen-Band Third World und der ehemaligen Prince-Bassistin Nik West, die „uns etwas tiefer in die Tasche haben greifen lassen“, wie Neisser bekennt. Es ist kein Zufall, dass das privatwirtschaftliche Netzwerk-Unternehmen (die DD hat aktuell 160 Mitglieder) die eigene Vorzeige-Veranstaltung mit Jubiläums-Präsenten aufmotzt.

„1993 als kleine Bruxelles Jazzrally an den Start gegangen, mussten wir seinerzeit 25.000 Mark Vertragsstrafe zahlen, weil wir einfach den Namen übernommen hatten“, erinnert sich Neisser. Inzwischen sei das Musik-Festival mit stets über 300.000 Besuchern ein nicht mehr wegzudenkender Standortfaktor für die Stadt. Vorstandskollege Otto Lindner: „In New York wird etwa sogar Deutschland unter anderem mit der Düsseldorfer Jazz Rally vermarktet.“

Das inzwischen größte Frankreichfest Europas oder die etablierte Publikumsveranstaltung ProWein goes City sind weitere Vorzeigeprojekte der DD. Lindner: „Wir machen mit der Stadt abgestimmtes Düsseldorf-Marketing, entwickeln aus der Destination heraus die Leidenschaft, etwas für den Standort zu tun.“

Der Auftakt war günstig gewählt. In den der 1980er Jahren befand sich die Stadt in Zeiten des Aufbruchs, Infrastruktur-Projekte wurden gestemmt, erste Teilstücke des U-Bahn-Baus waren fertig, Messe und Flughafen wurden erweitert. „Auch aus Schnapslaunen heraus entstanden oft gute Ideen“, sagt Boris Neisser.

Die DD-Mitgliederzahl ist derzeit fixiert. Neisser: „Der Branchen-Mix stimmt, wir wollen das Netzwerk nicht überdehnen.“ Stabile Verhältnisse, die auch Otto Lindners Bilanz beeinflussen: „Inzwischen darf ich sagen, gibt Düsseldorf wirtschaftlich und kulturell in NRW den Ton an – und das ist auch unser Verdienst.“ Selbstbewusstsein, das auch vor politisch vermintem Gelände wie der aktuellen Diskussion um die Kapazitätserweiterung des Flughafens nicht zurückschreckt. „Wir sind dafür. Der Airport ist wichtig für unsere Wirtschaft“, so Lindner. „Ich darf das sagen, ich wohne in Meerbusch, unweit der Einflugschneise.“

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