Lesen lassen in Düsseldorf Literaturtage und Bücherbummel

Zwei Wochen lang, vom 3. bis zum 16. Juni, steht Düsseldorf einmal mehr im Zeichen der Literatur. Aktiv und passiv, denn nicht nur Leseratten, auch Menschen, die sich gerne etwas vorlesen lassen, kommen dabei voll auf ihre Kosten. Dann, wenn die „Düsseldorfer Literaturtage“ bereits zum neunten Mal an ganz unterschiedlichen Orten in der Landeshauptstadt stattfinden.

 Überwindet Mauern und der Blick wird plötzlich unverstellt: Literatur hat das Zeug dazu, den Horizont zu erweitern.

Überwindet Mauern und der Blick wird plötzlich unverstellt: Literatur hat das Zeug dazu, den Horizont zu erweitern.

Foto: AdobeStock/photoschmidt

Dabei muss ein Name stets herhalten, wenn es in Düsseldorf um Literatur geht: Heinrich Heine. 1797 an der Bolkerstraße als Harry Heine geboren, verlässt der junge Mann die Stadt zwar bereits mit 18 Jahren, um nach Hamburg zu gehen und nach Bonn, nach Göttingen und Berlin und schließlich, 1831, nach Paris, wo er, gestorben 1856, auf dem Friedhof Montmartre begraben liegt. Dennoch ist die Stadt bis heute mächtig stolz auf ihren Sohn und so verwundert es wenig, dass auch die „Literaturtage“ Jahr für Jahr ein Fragment aus dem umfangreichen Werk des Dichters wählen, um daraus das Motto der stadtweiten Literaturveranstaltung zu gestalten. Das lautet in diesem Jahr „Sie haben Flammen und Waffen“ und stammt aus „Deutschland. Ein Wintermärchen“, dem großen Epos Heines, veröffentlicht 1844.

Zeitlos scheint die Zeile zu sein. Und aktuell wie eh und je, geht es doch darum, dass auch Autoren – egal ob Dichter oder Journalist, Slammer oder Liedermacher – über das Rüstzeug verfügen, Aufmerksamkeit zu generieren, Denkanstöße zu liefern und damit Debatten anstoßen zu können. Den Finger in Wunden legen und verbalisieren, was ist. „Gerade in diesen Zeiten von schnellen Twittermeldungen und hitzigen Debatten über Lüge und Wahrheit, Sprache und Tabu – und letztendlich über die alte Frage: Wie wollen wir (zusammen) leben?“, erklärt das Kernteam der „Literaturtage“, bestehend aus dem Literaturbüro NRW, dem Heinrich-Heine-Institut, dem Kulturzentrum Zakk und der Zentralbibliothek, den diesjährigen Ansatz.

Und der wird vielseitig sein: Es wird gelesen und frei vorgetragen, erzählt, geslamt und gedichtet. Es wirdBelletristik und Sachbuch geben, Prosa, Lyrik und Poetry-Slam – drinnen und draußen und überall in dieser Stadt wird die Literatur eine Bühne und ein Publikum finden. Nicht zuletzt auch auf dem „Bücherbummel an der Kö“, der die Straße vom 6. bis zum 10. Juni in eine große Freiluftbuchhandlung und -bühne verwandeln wird.

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