TuSA-Vorsitzende bewirbt sich um die DFB-Präsidentschaft

Wird diese Düsseldorferin DFB-Boss? : TuSA-Vorsitzende Ute Groth bewirbt sich für DFB-Präsidentschaft

Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel Anfang April ist der Posten an der Spitze des mit rund 7 Millionen Mitgliedern größten nationalen Sportfachverbandes der Welt vakant. Ute Groth, Vorsitzende bei der DJK TuSA 06 in Flehe, hat sich als Nachfolgerin beworben. Im Interview erläutert sie die Hintergründe.

Frau Groth, Sie wollen DFB-Präsidentin werden. Warum?

Am Abend des 2. April, dem Tag von Reinhard Grindels Rücktritt, kam ich auf die Idee mich zu bewerben. Die in der Presse gehandelten Nachfolger waren bis dato allesamt männlich und qualifizieren sich in der Regel über sportliche Erfolge. Eine Qualifikation, die für die Führung eines Vereins nicht erforderlich ist. Ich denke Erfahrung in der Vereinsführung, Networking, Teamarbeit und so weiter sind gute Qualifikationen, die ich vorweisen kann.

Gab es einen entscheidenden Impuls für Sie?

Im Anschluss an das DFB-Pokal-Viertelfinale Augsburg gegen Leipzig wurde Rainer Koch (Interimslösung gemeinsam mit Reinhard Rauball, die Red.) zum Thema Nachfolge an der DFB-Spitze befragt. Auf die Frage, ob man sich auch eine Frau als Nachfolge vorstellen könne, wurde, wenn auch zögerlich, mit ja geantwortet. Daraufhin habe ich am 5. April per Post eine schriftliche Bewerbung an den DFB gesendet.

Was muss sich im Verband Ihrer Meinung nach ändern?

Der DFB braucht eine Führungsperson, die unabhängig von den vorhandenen Strukturen ist, um wieder Glaubwürdigkeit herzustellen. Der Vereinszweck, für den alle Sportvereine eintreten, zusammengefasst die Förderung des Sports, geht bei den Berichterstattungen über gezahlte Gelder oder geschenkte Uhren – und das nicht erst seit der Präsidentschaft von Herrn Grindel – komplett unter. Ein Neuanfang, bei dem der Sport und damit die mehr als 7 Millionen Mitglieder wieder Vertrauen in die Arbeit und auch in die Verwendung ihrer Gelder erhalten, ist dringend nötig.

Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel. Foto: Horstmüller

Wer darf sich eigentlich bewerben und bis wann muss das geschehen?

Wenn ich die Satzung richtig verstanden habe, sind die Vereine über die jeweiligen Landesverbände Mitglieder im DFB. Von daher müsste ich eine mögliche Kandidatin sein, wenn der Landesverband mich vorschlägt. Das weiß ich aber noch nicht genau, erwarte mir aber freundliche Hinweise vom DFB, der mir auf meine Bewerbung antworten sollte. Da erst beim Bundestag im September gewählt wird, ist sicher noch etwas Zeit.

Wie stehen Ihre Chancen?

Da ich nicht damit rechne, das man sich ernsthaft mit meiner Bewerbung befasst, gegen null.

Was würden Sie an der DFB-Spitze anders machen?

Zusammenarbeit mit den Mitgliedsvereinen an der Basis verstärken, finanzielle Mittel statt in Aufwandsentschädigungen an die Vereine verteilen, mehr in Sport und Menschen, weniger in Steine investieren, Aufgaben anders verteilen, um Machtfülle zu vermeiden, Werte vorleben, Frauen und Mädchen stärken.

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