Zentralbibliothek Düsseldorf: Das neue LibraryLab

Das neue LibraryLab : Die Bibliothek der Zukunft

Immer mehr Bürger nutzen Bibliotheken als Treffpunkte und Orte des Austauschs. Die Stadtbüchereien möchten diese Entwicklung vorantreiben. Auch der Ausbau digitaler Dienste liegt im Fokus.

Die städtischen Büchereien haben sich vom reinen Ausleihort zum zweiten Wohn- und Arbeitszimmer der Bürger entwickelt. Der Jahresbericht der Stadtbüchereien 2018 dokumentiert den Aufbruch und Wandel in der Bibliothekswelt.

Weltweit konstatieren Bibliotheken rückläufige physische Medienausleihen, so auch in Düsseldorf. Die Stadtbüchereien verzeichneten einen leichten Rückgang auf unter fünf Millionen. Im Gegenzug boomt die Nutzung der digitalen Dienstleistungen (plus 17 Prozent).

Als Ort des Lernens, der Kommunikation und Inspiration gewinnt die Bibliothek zunehmend an Bedeutung. Diesem Trend kommen die Stadtbüchereien mit zahlreichen Angeboten entgegen. So werden die Besucher bei Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen mit eingebunden. In moderierten Veranstaltungsreihen wie „#blogsofa“, „Forum Hobby Schreiben“ und „Schreibland NRW“ wird den Zuschauern eine Bühne geboten, auf der sie kreativ werden oder eigene Aktivitäten einem Publikum vorstellen können. Ebenso bietet sich das LibraryLab der Zentralbibliothek als „digitale Experimentierplattform“ an. „Die Nutzer können sich selbst einbringen und Inhalte vorstellen, wir geben ihnen dafür den Raum“, sagt Stephan Schwering, Leiter der Zentralbibliothek.

Bereits seit 2007 unterhalten die Stadtbüchereien eine digitale Zweigstelle im Netz: In der sogenannten „onleihe“ können digitale Medien per PC, Tablet, Reader oder Smartphone entliehen werden. Inzwischen stehen hier über 60.000 Bücher, Hörbücher, Zeitungen und Zeitschriften zum Download bereit. Dazu gehören auch Angebote wie Pressreader (über 7.000 nationale wie internationale Zeitungen und Zeitschriften), Fachdatenbanken sowie ein umfassendes e-Learning-Angebot.

Seit 2018 rundet ein neues Angebot diese digitale Produktpalette ab: Streaming mit dem Bibliotheksausweis. Damit möchten die Stadtbüchereien das unüberschaubare Download-Angebot im Internet für ihre Nutzer öffnen und klassifizieren. Eine inhaltliche Qualität ist ebenso gewährleistet wie die Legalität des Downloads. Im Portal „Filmfriend“ stehen rund um die Uhr über 2.000 Filme zur Verfügung, „Medici.tv“ zeigt klassische Konzerte, Opern und Ballettinszenierungen und „Naxos“ umfasst mehr als 2,2, Miollionen Titel aus Klassik, Jazz und Weltmusik.

Auf vielfachen Wunsch der Nutzer erweitert die Zentralbibliothek in Kürze ihre Öffnungszeiten. Ab Montag, 1. Juli, wird sie täglich eine Stunde früher, nämlich schon um 10 Uhr, ihre Pforte öffnen. An den Samstagen wird die Öffnungszeit sogar von drei auf künftig sechs Stunden verdoppelt.

Das könne allerdings nur ein erster Schritt sein, so Dr. Norbert Kamp, Direktor der Stadtbüchereien. 2021 zieht die Zentralbibliothek ins Kulturzentrum KAP1 im alten Postgebäude. Kamp: „Der Erfolg unserer neuen Zentralbibliothek im KAP1 wird auch entscheidend davon abhängen, dass sie in hohem Maße zugänglich ist. Denn die Bibliothek als öffentlicher Ort mit absolut niederschwelligem Zugang gehört den Bürgerinnen und Bürgern.“

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