Brücke verschweißt - Stadt feiert „wichtige U81-Etappe“ - Kosten steigen Der Fortschritt wird teurer

Mit dem Anbringen der Schweißnaht der beiden Teile der neuen U81-Stadtbahnbrücke über den Nordstern in dieser Woche feiert die Stadt eine „wichtige Etappe“ bei der Anbindung des Flughafen-Terminals an die City. Bis Mitte 2025 soll es im ersten Bauabschnitt des „wichtigsten Verkehrs-Infrastrukturprojekts der Stadt“ soweit sein. Doch die Kosten steigen und es gibt Kritik und andere Ideen.

An der Nordsternbrücke konnte nun die Hochzeit der beiden Brückenteile wie geplant stattfinden. Begonnen hatte der Vorschub im Sommer 2021.

An der Nordsternbrücke konnte nun die Hochzeit der beiden Brückenteile wie geplant stattfinden. Begonnen hatte der Vorschub im Sommer 2021.

Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert

Ab Freiligrathplatz wird die neue U81 mittig zwischen den ebenerdigen Gleisen der U79 auf eigenen Gleisen auf die Nordsternbrücke geführt. Diese überquert die Trasse, die Danziger Straße (B8) und anschließend die A 44 hin zum neu entstehenden U-Bahnhof „Flughafen Terminal“. Die bildet den Abschluss des rund 1,9 km langen 1. Bauabschnitts.

Geplant sind weiter: 2. Bauabschnitt (Rheinquerung); Arena/Messe Nord – Handweiser/ Lörick, 3. Bauabschnitt; Flughafen-Terminal – Flughafen-Bahnhof, 4. Bauabschnitt: Flughafen-Bahnhof – Ratingen West.

Stephan Ueter, Technischer Projektleiter im Amt für Stadtbahnbau, ist „weiterhin zufrieden mit dem Baufortschritt, vor allem vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen Randbedingungen.“ Dennoch beeinflusse die allgemein schwierige Marktsituation in der Kriegs- und Pandemiezeit, wie etwa bei der Materialbeschaffung, auch die Rahmenbedingungen beim Großprojekt U81. Die Prognose der Gesamtkosten hat sich vor diesem Hintergrund erhöht. Um rund 80 Millionen Euro auf etwa 336 Millionen. Gründe seien etwa beim Leitungs- und Kanalbau durch eine erhebliche Anzahl der Tastbohrungen bei den Kampfmitteluntersuchungen während der gesamten Bauzeit zu finden. Ebenso werde krisenbedingt mit erheblichen Kostensteigerungen im Zuge der Vergaben bei technischen und architektonischen Ausbauvergabeeinheiten gerechnet.

Für Iko Tönjes vom Düsseldorfer Verkehrsclub Deutschland ergeben sich daraus Konsequenzen: „Die Planung einer zusätzlichen Tunnelvariante für die Rheinquerung sollte so schnell wie möglich gestoppt werden. Auch hier würden die Kosten drastisch nach oben gehen, so der VCD-Vorsitzende. Zudem würde ein Tunnel CO2 kosten und wäre an dieser Stelle für Fahrgäste und Radfahrende keine gute Lösung. Wenn die Stadt noch Tunnel plane, dann höchstens in beengten Innenstadtlagen. Die weiterhin andauernde Parallelplanung zur Brücke sei also aus heutiger Sicht unnötiger Aufwand.

Dagegen mache eine Brückenlösung es möglich, an der U81 den wichtigen Haltepunkt für Alt-Lörick und das Baugebiet Oberlöricker Str. einzurichten, „was umgehend eingeplant werden sollte. Außerdem ist es notwendig, am Kreuzungspunkt mit der U76 auch eine Gleisverbindung in Richtung Oberkassel zu haben.“

Alexander Führer, ÖPNV-Experte der Ratsgruppe Freie Wähler/ Tierschutz, ist weniger moderat: „2014 sollte die Nordsternbrücke 128,4 Millionen Euro. Nun kostet die Brücke 336,2 Millionen Euro. Das sind über 200 Millionen Euro Steuergeld mehr als 2014.“

Die 80 Mio. Euro Mehrkosten für Bauabschnitt 1 wurden am Donnerstag Abend (bei Redaktionsschluss noch nicht entschieden) im Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt.

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