Stadt Düsseldorf legt zum denkmalgerechten Wiederaufbau des Hofgartens Broschüre vor

Parkpflegewerk Hofgarten : Neue Wege für neuen Hofgarten

Das „Parkpflegewerk Hofgarten“ bildet die Grundlage für den denkmalgerechten Wiederaufbau des Hofgartens nach Sturm „Ela“ 2014. Die Broschüre ist die erste einer neuen Publikations-Reihe. Künftig soll für alle großen Grünanlagen ein Parkpflegewerk veröffentlicht werden.

Bei den Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern schlägt derzeit das Thema Wegesanierung im Hofgarten hohe Wellen. Führen bald schwarze Teerwege durch die historische Parkanlage? Natürlich nicht. Die Asphaltierung bildet nur die Basis für die spätere Beschichtung mit Natursteinsplitt bzw. für die Instandsetzung der unbefestigten „wassergebundenen Wegedecken“. Diese sind zum Teil stark sanierungsbedürftig.

Nach den verheerenden Zerstörungen durch „Ela“ wird aktuell der zweite Bauabschnitt zur Rekonstruktion des denkmalgeschützten Hofgartens realisiert. Zentrale Themen sind Vegetation, Beleuchtung und Wegesanierung. „Als Eigentümerin des Denkmals ist die Stadt zur Wiederherstellung verpflichtet“, erklärt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.

Basis für den fachgerechten Wiederaufbau bildet das sogenannte Parkpflegewerk: Anhand von Fotos, Bildern und Plänen wurden Historie und Bestand analysiert, um daraus die erforderlichen Maßnahmen abzuleiten.

„Drei Ordner dick“ sei das eigentliche Parkpflegewerk, so Gartendenkmalpfleger Tobias Lauterbauch. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger hat das Gartenamt nun in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kommunikation eine abgespeckte Version herausgegeben: Im „Parkpflegewerk Hofgarten“ werden die Schritte des Wiederaufbaus nachvollziehbar dargestellt. Auf 79 Seiten und in fünf Kapiteln wird kompakt die gartenkünstlerische Geschichte der 250 Jahre alten Parkanlage beleuchtet und das künftige Leitbild definiert. Die Broschüre ist für 5 Euro im Gartenamt, Kaiserswerther Straße 390, erhältlich oder kann kostenlos unter www.duesseldorf.de heruntergeladen werden.

Das „Parkpflegewerk Hofgarten“ ist die erste Publikation einer geplanten Reihe – künftig soll für jede große Grünanlage der Stadt eine Broschüre herausgegeben werden. Die nächste Veröffentlichung, das „Parkpflegewerk Rheinpark“, ist bereits in Arbeit.

Der Wiederaufbau des Hofgartens ist eine große Herausforderung und erfolgt nicht komplett historisierend. „Der Denkmalschutz muss in Einklang mit den Anforderungen der heutigen Zeit gebracht werden“, sagt Doris Törkel. Promenierte man früher im Sonntagsstaat durch den Hofgarten, treibe man heute Sport oder durchkreuze den Park per Rad oder Roller.

Für die Wegesanierung wurde daher zunächst eine „Wegehierarchie“ erstellt. Stark von Fußgängern und Radfahrern frequentierte Achsen wie die Reitallee – derzeit noch asphaltiert– erhalten eine pflegeleichte Oberfläche aus hellem Natursteinsplitt, wie Landschaftsarchitekt Alexander Richter erklärt. „Etwa Mitte September, abhängig von der Witterung, sollen die Arbeiten an der Reitallee beendet sein.“

Die meisten Strecken behalten nach der Sanierung ihre klassischen, wassergebundenen Wegedecken. Bei beiden Wegetypen wird Regenwasser nicht wie früher in die Kanalisation, sondern in die Vegetation geleitet.

Auch der Baumbestand wird im Hinblick auf den Klimawandel nicht 1:1 rekonstruiert. Gepflanzt werden zum Teil stattdessen Bäume, die besser mit zu erwartenden Hitze- und Trockenperioden klarkommen.

Bis Ende des Jahres soll der zweite Bauabschnitt abgeschlossen sein. 2020/ 2021 folgt im dritten und letzten Bauabschnitt die Sanierung des östlichen Hofgartenbereichs rund um die Jägerhofallee.

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