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Jugend-Randale in Gerresheim - Anwohner frustriert : Nicht locker lassen

Beim Gespräch in dieser Woche datieren Martin G. und Klaus B. (Namen der Redaktion bekannt) den jüngsten Vorfall auf den 23. Oktober: „23 - 1 Uhr, Gegröle und laute Musik. Am Morgen danach Graffiti an der Mauer, Müll, zerbrochene Flaschen.“ Die beiden Anwohner im Herzen Gerresheims an der Haltestelle „Rathaus“ haben genug. Seit fast zwei Jahren machten hier Jugendliche regelmäßig Rabatz - manchmal auch mehr. Aber es bessere sich - nichts.

Am Mittwoch hatte Oberbürgermeister Stephan Keller im Rahmen seiner einjährigen Amtsbilanz (siehe Beitrag im Innenteil) natürlich auch den Bereich „Sicherheitslage“ thematisiert. Diese ist vor allem in der Altstadt derzeit mehr als angespannt. Keller sagte aber zudem: „Wir müssen neue Schwerpunkte setzen, uns auch an den Hotspots in den Stadtteilen stärker engagieren, “

Für G. und B. gehört der Bereich zwischen den historischen Stadtmauerresten und der Straße Am Wallgraben längst dazu. „Ghettoblaster, Mofarennen, Graffiti, Sachbeschädigung, Wildpinkeln - immer wieder verbunden mit massiven, nächtlichen Ruhestörungen bis weit nach Mitternacht“, berichten sie. „Es darf nicht nur um die Altstadt gehen.“

Im Archiv-Bestand der beiden haben sich derweil Foto-, Video- und Audio-Aufnahmen angesammelt. Die Jugendgruppen bezeichnen sie als „heterogen“, manche kämen offenbar aus dem Umland. Ein Imbiss, ein Büdchen und die direkte Verbindung in die Düsseldorfer City sorgten am Standort natürlich für entsprechende Voraussetzung für einen „beschwingten Start in die Nacht“. Doch niemand könne von den Menschen hier verlangen, diese unerträglichen Verhältnisse hinzunehmen.

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„Warum gibt es keine wechselnde Präsenz von Ordnungsdienst und Polizei im Zwei-Stunden-Rhythmus“?, fragt G. „Was ist mit direkter Ansprache, der Aufnahme von Personalien, schlichtweg Abschreckung?“ Zwar sei die Polizei auch schon vor Ort gewesen, doch inzwischen würden die jungen Leute sich beim vagen Auftauchen eines Gesetzeshüters schnell zerstreuen, nur um später wieder zusammen zu finden.

Bei der Düsseldorfer Polizei bestätigt man sowohl das Katz--und-Maus-Spiel vor Ort als auch die Sensibilisierung für den Standort. Ein Sprecher bestätigt einen aktuell vorliegenden Bericht der zuständigen Polizeiinspektion Nord. Demnach sei man im ständigen Austausch mit dem Ordnungsdienst der Stadt und den Bezirksbeamten. Die Lage-Einschätzung beinhalte auch, dass etwa Sachbeschädigung durch Graffiti im Zuge der Jugendkriminalität bei konkreten Anhaltspunkten geahndet würde, allein sei die Grundlage dünn. „Wir hatten seit März 2021 gerade einmal sieben Einsätze dort im möglichen Zusammenhang mit Jugendlichen“, so ein Polizeisprecher. Diese stünden aber nicht zwingend in Zusammenhang mit den angesprochenen Gruppen. „Das fiel alles in den Bereich Ordnungsverstöße, da müssen wir als Polizei priorisieren.“ Insgesamt ließe sich sagen: „Wir haben das im Griff!“

Eine Einschätzung, die die beiden Anwohner komplett anders sehen.  „Wir lassen nicht locker“, so B, „obwohl es unendlich frustrierend ist. Doch wir Anwohner haben das Recht und gute Gründe, ein entschlossenes Handeln der lokalen Behörden einzufordern.“ Man wolle jetzt die eigene Wohngenossenschaft mit in den Prozess einbeziehen. Am 11. November findet die nächste reguläre Sitzung des städtischen Beschwerdeausschusses statt. Die beiden Gerresheimer haben Redebedarf. G.: „Wir fordern endlich nachhaltige Lösungen.“