Fortuna Düsseldorf: Harte Positionskämpfe

Fortuna Düsseldorf : Harte Positionskämpfe

Es war ein harmonisches Trainingslager in Österreich. Was nicht heißen soll, dass dort in Maria Alm nicht hart gearbeitet wurde. Im Gegenteil, Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel ließ auch in sengender Hitze harte Trainingseinheiten absolvieren. Er weiß, die gute Fitness in der Rückrunde der vergangenen Saison war ein Faustpfand für den Klassenerhalt.

Und trotz aller Harmonie – der Kampf um die Stammplätze hat begonnen. Das Team ist in der Breite sehr gut aufgestellt und jede Position umkämpft. Kapitän Oliver Fink begrüßt das: „Ein großer Kader wird im Abstiegskampf wichtig sein. So lassen sich eventuelle Ausfälle leichter kompensieren.“

Beispiel Tor: Um den Platz im Fortuna-Kasten gibt es wegen der Verletzung von Michael Rensing nur noch ein Duell der Neuzugänge Zack Steffen und Florian Kastenmeier. Steffen scheint hier derzeit die Nase vorn zu haben, im Testspiel gegen Rayo Vallecano konnte er mit guten Paraden und starker Präsenz überzeugen.

In der Abwehr sind Kaan Ayhan und Matthias Zimmermann gesetzt. Gesucht werden noch ein weiterer Innenverteidiger und zuletzt auch ein Linksverteidiger. Diego Contento scheint hier noch zu weit weg zu sein, um der Stammkraft Niko Gießelmann wirklich Druck zu machen. Mit der gestern vom Club bestätigten Verpflichtung des bislang ausgeliehenen Linksverteidigers Markus Suttner (ein Jahr Vertrag) hat man jetzt jedoch zusätzliche Optionen.

Im zentralen Mittelfeld ruhen viele Hoffnungen auf Neuzugang Lewis Baker. Der Mann von Chelsea London soll die Lücke füllen, die durch den Ausfall von Kevin Stöger entstanden ist. Große Fußstapfen, die er auch nicht allein ausfüllen soll. Auch Aymen Barkok wird von Trainer Funkel in die Pflicht genommen. Er muss jetzt den nächsten Schritt machen und sein reichlich vorhandenes Talent regelmäßig auch in den Spielen zeigen. Mit Marcel Sobottka steht zudem wieder ein Spieler zur Verfügung, der in der vergangenen Saison mit etlichen kleinen Verletzungen zu kämpfen hatte und so auf deutlich weniger Spiele als üblich kam. Normalerweise ist Sobottka bei Funkel eine Bank.

Im Sturm musste Sportvorstand Lutz Pfannenstiel nach dem Abgang von Dodi Lukebakio und Benito Raman die meiste Arbeit leisten. Die Verpflichtung von Dawid Kownacki war dabei ein Meisterstück. Trainer Funkel ist von den Qualitäten des jungen Stürmers vollends überzeugt und traut ihm eine große Karriere zu. Allerdings konnte Kownacki aufgrund einer Verletzung im Trainingslager keine Einheit mit der Mannschaft absolvieren. Auf den Außen sollen Erik Thommy, Bernhard Tekpetey, Nana Ampomah und eventuell auch Thomas Pledl für Tempo und Torgefahr sorgen. Alle haben ihre guten Anlagen im Training und in Testspielen bereits gezeigt, alle werden aber auch ihre Zeit brauchen, um Stammspieler in der ersten Liga zu werden.

Bleiben noch Rouwen Hennings und Kenan Karaman. Hennings hat in der vergangenen Saison überragende sieben Tore erzielt und hat auch im Trainingslager wieder gezeigt, dass auf ihn Verlass sein wird. Funkel schätzt zudem seine hohe Laufbereitschaft, er wird also wieder auf seine Einsätze kommen. Kenan Karaman hat sich viel vorgenommen und will eine deutlich größere Rolle einnehmen. Das wird vom Trainer auch so gefordert. Der türkische Nationalspieler erzielte in der vergangenen Saison drei Tore, zu wenig für seine eigenen Ansprüche. Es wird spannend zu sehen sein, wie die durch die Abgänge von Raman und Lukebakio entstandene 20-Tore-Lücke, kompensiert werden wird.

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