Im Eselpark Zons leben neben Eseln auch Ponys, Ziegen, Schafe, Hängebauchschweine, Hühner und Laufenten.

Eselpark Zons : Hope Superstar

Der Name führt zunächst mal in die Irre. Im Eselpark Zons leben nämlich nicht nur Esel. Sondern auch Ponys, Ziegen, Schafe, Hängebauchschweine, Hühner und Laufenten. Sie alle haben es auf dem 10.000 Quadratmeter großen Gelände auf halber Strecke zwischen Dormagen und Zons mehr als gut.

Angefangen habe die Geschichte des Eselparks aus reiner Faulheit, sagt Betreiber Peter Norff. Der 59-Jährige hatte keine Lust, den Rasen zu mähen. So kam Charly ins Haus. Als Rasenmäher-Ersatz. 2006 war das. Zu dem Zeitpunkt war Norff alles andere als ein Esel-Experte. Er wusste zum Beispiel nicht, dass man Esel nicht alleine halten kann. In den ersten Nächten auf neuem Terrain schrie sich Charly vor Einsamkeit die Seele aus dem Leib. „Ich hatte dann schnell die Nachbarn auf der Matte stehen“, erinnert sich Norff. Es bestand also Handlungsdruck. Glücklicherweise fand er Rosa. Rosa und Charly wurden ein Paar. „Nach nur drei Wochen standen sie schon verliebt in einer Box“, sagt Norff.

Peter Norff ist ein Kerl wie ein Baum. Groß und kräftig. Ur-Zonser, Schützenpräsident und ein hervorragender Netzwerker. Man möchte sich nicht vorstellen, was passiert, wenn er böse wird. Spricht der 59-Jährige aber von seinen Eseln, wird er ganz weich. 13 Jahre gibt es den Eselpark Zons mittlerweile. Heute leben auf dem Gelände 17 Esel, ein Maulesel, zwei Ponys, 20 Schafe, vier Ziegen, zwei Hängebauchschweine sowie Hühner und Laufenten. Viele der Tiere haben mit Menschen schlechte Erfahrungen gemacht. Manche stammen aus dem Zirkus. Andere hat Norff vor dem Schlachthof gerettet. Auch Carlos war ein schwieriger Fall. Er würde beißen, treten, sei nicht verladbar, hieß es. Norff fuhr hin: „Wir haben uns gesehen und auf der Stelle verstanden“, sagt er. Das Tier ließ sich problemlos verladen. Heute zieht Carlos die Behindertenkutsche.

Das Interesse an den Eseln ist riesig. Und die Menschen, die kommen, sind völlig unterschiedlich. Alt und jung, arm und reich, mit und ohne Kinder. Ein Fußballprofi, den Namen möchte Norff nicht verraten, komme zum Beispiel regelmäßig vorbei, um die Tiere zu bürsten, zu streicheln und mit ihnen spazieren zu gehen. „Der findet hier Ruhe“, so Norff. In der Tat haben die Tiere eine angenehm beruhigende Wirkung. Betritt man die Weide, dauert es nicht lange und sie nähern sich neugierig dem Besucher, stupsen ihn mit ihren unglaublich weichen Nasen an und lassen sich gerne zwischen den Ohren kraulen. Der Popstar unter den Eseln heißt Hope. Er ist kleiner als die anderen Esel, hat graues, buschiges Fell und bekommt auf Facebook regelmäßig die meisten Likes. Auch seine Kollegen können über einen Mangel an Fame nicht klagen: Carlos war in der Schweiz schon mal auf einem riesigen Werbebanner zu sehen. Und Charly wurde als Tattoo auf dem Oberschenkel von Tattoo-Model Cassidy Rose verewigt, auch sie ein großer Fan des Eselparks.

Regelmäßig absolviert Norff mit seinen Tieren Besuche im Dormagener Altenheim. „Anfangs kamen fünf Rollstuhlfahrer“, erinnert er sich. Heute seien es schon mal 50. Die Esel liefern den alten Leuten Gesprächsstoff. Drei Tage vorher und drei Tage nachher kennen die Senioren nur ein Thema: die Esel. Ab und zu gebe es sehr besondere Momente. Wie jenen, als eine Bewohnerin, die zwei Jahre lang kein Wort gesprochen hatte, plötzlich anfing, einem der Esel etwas zu erzählen. „Das Personal wäre fast in Ohnmacht gefallen“, lacht Norff.

Einmal monatlich öffnet der Eselpark Zons seine Pforten. Dann ist Besuchertag. Mehrere hundert Leute erweisen den Tieren dann schon mal die Ehre. Die Kleinsten, zwischen 2 und 5 Jahren, dürfen auf ihrem Rücken Platz nehmen. „Das mögen die Esel“, sagt Norff. Außerdem gebe es Kuchen und Getränke gegen Spende. Und Esel-Merchandising, vom Stoffesel bis zum Aufkleber, vom Kühlschrankmagneten bis zum Schüsselanhänger. Norff selber will mit all dem nichts verdienen. Das Geld komme natürlich den Tieren zugute, erklärt er. Wer noch mehr für Charly, Hope & Co. tun möchte, kann übrigens Mitglied im Förderverein werden. 60 Euro kostet das im Jahr. Dafür kann man schon eine Menge Heu kaufen.

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