Klimaneutralität 2035 - Studie hakt Zu wenig?

2019 entschied der Stadtrat, dass Düsseldorf 2035 klimaneutral sein soll. Eine so genannte Potentialstudie für den Sektor Verkehr, der rund 30 Prozent der Gesamtemissionen im Stadtgebiet ausmacht, zählt nun 43 Einzelmaßnahmen auf, die für „weniger Verkehr mit mehr emissionarmen- oder -freien Antrieben sorgen soll“, so Umweltdezernentin Helga Stulgies. Doch es hakt.

 Eine Studie zählt mehr als 40 Einzelmaßnahmen im Verkehr auf, die Düsseldorf zur Klimaneutralität im Jahr 2035 führen soll.

Eine Studie zählt mehr als 40 Einzelmaßnahmen im Verkehr auf, die Düsseldorf zur Klimaneutralität im Jahr 2035 führen soll.

Foto: Stadt Düsseldorf/duesseldorf.de

„Im Fokus stehen vor allem Maßnahmen zur Stärkung von Radverkehr und ÖPNV, parallel zum optimierten Mobilitätsmanagement im motorisierten Individualverkehr“, sagt Mobilitätsdezernent Jochen Kral. Darunter fallen etwa Taktverdichtungen, Radwegausbau, bessere Parkraumbewirtschaftung, aber auch politisch brisante Themen wie flächendeckendes Tempo 30 in der Innenstadt oder das 365 Euro-Ticket. Bei konsequenter Umsetzung aller untersuchten Maßnahmen würde ein CO2-Reduktionspotential von knapp 700.000 Tonnen CO2 im Jahr 2035 erreicht werden können. Allerdings entfalle ein Großteil der Schadstoffe im Verkehrsbereich auf die Langstrecken wie Freizeit- und Urlaubsfahrten.Stulgies: „Vor allem daher tut sich im Ergebnis eine Lücke von rund 430.000 Tonnen CO2-Ausstoß auf.“ Gleichwohl ist Kral („Im Verkehr sind seit über 30 Jahren kaum Fortschritte in dieser Hinsicht erreicht worden, weil man hier sehr dicke Bretter bohren muss“) optimistisch: „Wenn wir nur einen Großteil der Vorschläge umsetzen, bin ich zufrieden.“

Positives Feedback kommt aus der CDU: Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Andreas Hartnigk,  sieht in der Studie „eine sinnvolle Ergänzung für die politische Diskussion, die man im schwarz-grünen Kooperationsvertrag mit einer Reihe von Maßnahmen bereits angestoßen hat.“ Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe brauche aber die Unterstützung von Land und Bund. „Zudem sind wir auf den Schulterschluss mit der Wirtschaft angewiesen.

Der grüne Partner im Stadtrat sieht das anders: „Das reicht nicht. Dieses Maßnahmenpaket wird der Dringlichkeit der Aufgabe nicht gerecht,“ sagt Mirja Cordes, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen. Parteikollege Norbert Czerwinski ergänzt: „Wir müssen zusätzliche Hebel bewegen, Maßnahmen schärfen“. Beispiel ÖPNV-Tarif. „Wir brauchen kein 365 Euro-Ticket, bis zur Stadtgrenze, sondern ein regionales Pendlerinnenticket.“  Cordes: „Aktuell machen Paris oder Barcelona vor, wie man in sehr kurzer Zeit den Autoverkehr zurückdrängen kann.“

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