Komische Oper am Rhein setzt den „Barbier von Sevilla“ in der Theaterkantine in Szene Opern-Ohrwurm als Film

Eine Handvoll Techniker, fünf Sänger, ein Pianist, ein Produzent, eine Einstellung und ein Frisör: „Il Barbiere di Siviglia - Der Barbier von Sevilla“! Das erste Kapitel dieser ungewöhnlichen Produktion feiert am Sonntag, 31. Oktober, um 11.30 Uhr im Atelier Kino, Graf-Adolf-Straße 47, Premiere und gehört zu den vielleicht ungewöhnlichsten Ergebnissen der Pandemie.

 Lukas Schmidt (l.) als Graf Almaviva und Figaro Michael Terrada in „Der Barbier von Sevilla“.

Lukas Schmidt (l.) als Graf Almaviva und Figaro Michael Terrada in „Der Barbier von Sevilla“.

Foto: Komische oper düsseldorf

Der Barbier von Sevilla ist die neue Produktion der Komischen Oper am Rhein. Die Düsseldorfer Opernsängerin Elsa García Tárraga ist Gründerin dieses Projektes. Die Idee: große Oper auf kleiner Bühne – nahbar, unterhaltsam, eine Oper für alle.

Da passte zum Auftakt 2017 „Carmen“ von George Bizet. Immerhin die meistgespielte Oper der Welt. Auf der Suche nach einer Bühne wurde die Komische Oper am Rhein in der Theaterkantine in Flingern fündig. Und fand mit Hausherr Rüdiger Fabry auch gleich noch einen begeisterten Mitspieler. „Carmen“ ist längst ein großer Publikumserfolg.

Doch was machen kreative Opern-Profis ohne Publikum in einer Pandemie? Für Elsa García Tárraga und ihre Freunde war schnell klar: Wir machen ein neues Projekt. „Wenn das Publikum nicht zur Oper kommen kann, muss die Oper zum Publikum“, so die 41-Jährige. „Also haben wir beschlossen, einen Film zu machen!“ Warum Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“? Die gebürtige Spanierin verrät: „Die Musik hat echten Ohrwurm-Charakter und klingt wunderbar leicht. Perfekt für Einsteiger im Publikum.“

Das Ergebnis ist nun ein 45-minütiger Film. Darin geht es um einen dubiosen Opernproduzenten namens Kafka, der mit ein paar jungen Sängern die Rossini-Oper umsetzen will. Schon während der Stellproben zu einzelnen Arien und Szenen fallen die Darstellerinnen und Darsteller aus ihren Rollen.

Gedreht wurde in den Räumen der Theaterkantine in einer einzigen Einstellung. „Wir wollen damit das Gefühl eines Live-Streamings vermitteln“, so Elsa García Tárraga. Mit dem Film will sie für ihr Projekt werben. „Wir möchten auch noch ein zweites und drittes Kapitel erzählen!“  Dafür sucht sie derzeit Unterstützer. Interessierte, Opern-Neugierige und Neueinsteiger erfahren mehr am 31. Oktober. Dann präsentiert die Komische Oper am Rhein nicht nur ihren ersten Film, sondern gibt in einem anschließenden Künstlergespräch einen spannenden Einblick in die Ideen hinter dem Projekt.

Mit musikalischen Höhepunkten aus Bizets „Carmen“ gibt es zudem ein echtes Opern-Live-Erlebnis. Gesungen wird im Film in italienischer, gesprochen in englischer Sprache. Es gibt einen deutschen Untertitel. Mehr Infos unter www.komischeoperamrhein.de

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