Neubenennung in der Benrather Paulsmühle Straße nach „Versöhnerin“ Lilli Marx benannt

In Benrath wurde jetzt die neu entstandene Straße zwischen Paulsmühlen- und Telleringstraße nach der Publizistin und Verlegerin Lilli Marx benannt. Sie kehrte nach der Emigration nach London und der Ermordung ihrer Eltern im KZ bereits 1946 nach Düsseldorf zurück.

 Die Enthüllung des Straßenschildes zu Ehren von Lilli Marx übernahm Bürgermeister Josef Hinkel.

Die Enthüllung des Straßenschildes zu Ehren von Lilli Marx übernahm Bürgermeister Josef Hinkel.

Foto: Stadt Düsseldorf / Uwe Schaffme

Der neue Straßenname war von der Bezirksvertretung 9 bereits im September 2021 beschlossen worden. Die feierliche Enthüllung fand anlässlich des Geburtstages von Lilli Marx statt, die vor 101 Jahren in Berlin geboren wurde.  Übernommen worden war die Präsentation von Bürgermeister Josef Hinkel: „Der Mut von Lilli Marx, nach all den schlimmen Erfahrungen in ihre Heimatstadt Düsseldorf zurückzukehren, bewegt mich sehr. Durch ihr Engagement hat Lilli Marx das jüdische Leben in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg wieder sichtbar gemacht“, so Hinkel. „Sie ist für uns alle ein Vorbild für Toleranz und den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.“

Lilli Marx kam am 27. Januar 1921 zur Welt. Als Jüdin wurden sie und ihre Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Ihre Eltern wurden im Konzentrationslager ermordet. Lilli Marx konnte 1939 nach London emigrieren. Trotz ihres schweren Schicksals setzte sie sich konsequent für Freundschaft und Versöhnung ein.

Lilli Marx Straße Benrath Paulsmühle Düsseldorf
Foto: Stadt Düsseldorf / Uwe Schaffme

1946 kehrte sie nach Deutschland zurück und zog nach Düsseldorf. Als Mitbegründerin verschiedenster Gruppen und Vereine gestaltete sie das Zusammenleben von Juden und Christen im Nachkriegsdeutschland aktiv mit. In Düsseldorf engagierte sich Lilli Marx für jüdische Frauen und kämpfte für die Gleichstellung der Geschlechter.

1946 brachte sie gemeinsam mit ihrem Mann Karl die „Allgemeine Jüdische Wochenzeitung“ (anfangs „Jüdisches Gemeindeblatt“) heraus, als öffentliche Stimme der Juden in Deutschland. Dieses Wochenblatt wurde in einer Druckerei in Benrath gedruckt. Lilli Marx verstarb im April 2004 in Düsseldorf.

Hintergrund: Das etwa 7,2 Hektar große Quartier nördlich der Paulsmühlenstraße wurde ursprünglich durch die metallverarbeitende Industrie der Firma Thyssen Krupp  genutzt. In dem Gebiet wurden seit 2016 durch die Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR) eine umfangreiche Bodensanierung durchgeführt sowie auf einem Teilbereich das Albrecht-Dürer-Berufskolleg errichtet, welches 2018 durch die Stadt in Betrieb genommen werden konnte.

Neben einer zwischenzeitlich errichteten und durch die AWO betriebenen Kindertagesstätte soll zukünftig noch weitere Wohnbebauung auf den noch verbliebenen Brachflächen entstehen.

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