Jüdischer Friedhof in Kaiserswerth umgestaltet „Gutes Zeichen“

Der kleine Jüdische Friedhof an der Ecke Alte Landstraße/ Zeppenheimer Weg in Kaiserswerth wurde in den vergangenen Monaten durch das Gartenamt und die Jugendberufshilfe Düsseldorf gepflegt, zum Teil neu umfriedet und gestaltet. Zwei neu aufgestellte Tafeln erläutern die Besonderheit des Totenfeldes.

 Kantor Aaron Malinsky (r.), der bei der Enthüllung der beiden Info-Tafeln das gesungene Gebet vorgetragen hatte, gemeinsam mit dem Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, Dr. Bastian Fleermann.

Kantor Aaron Malinsky (r.), der bei der Enthüllung der beiden Info-Tafeln das gesungene Gebet vorgetragen hatte, gemeinsam mit dem Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, Dr. Bastian Fleermann.

Foto: Stadt Düsseldorf/David Young

Historische Informationen zum Friedhof und dem direkt daneben stehenden vorgeschichtlichen Stein „Kaiserswerther Menhir“ werden geliefert. Man kann fortan die Geschichte dieses besonderen Ortes lesen.  Die Textentwürfe stammen aus der Unteren Denkmalbehörde (Menhir) und der Mahn- und Gedenkstätte (Friedhof).

Die zwölf dort erhaltenen Grabsteine wurden nicht verändert - dies ist nach jüdischer Tradition nicht zulässig - jedoch wissenschaftlich erfasst. Die Mahn- und Gedenkstätte hat die Biografien der dort Bestatteten erarbeitet. Im Rahmen der Enthüllung der Infotafeln wurde auch die erste Etappe des didaktischen Projekts mit dem Fliedner- und dem Albert-Einstein-Gymnasium zur jüdischen Geschichte Kaiserswerths, das von der Mahn- und Gedenkstätte geleitet wird und nach den Sommerferien beginnt, vorgestellt.

„Wir freuen uns, dass unser interfraktioneller Antrag nun umgesetzt wurde, um die jüdische Geschichte von Kaiserswerth anschaulich und sichtbar zu machen. Das ist ein gutes Zeichen“, so Bezirksbürgermeister Stefan Golißa.

Historischer Hintergrund: Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde der jüdische Friedhof als „Juden Kirchhof“ im Jahre 1737. Die jüdischen Familien aus Kaiserswerth und der Umgebung bestatteten dort ihre Verstorbenen. Die letzte Beerdigung erfolgte 1938. Die dort Bestatteten waren Bürger und Nachbarn aus Kaiserswerth, die zum Teil seit Generationen hier lebten. Viele waren Händler und Metzger.

Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde der Friedhof geschändet: Um das Jahr 1940 ließ die Stadt Düsseldorf die Grabsteine entfernen, abtransportieren und im Kittelbach versenken. Erst 1948 und 1949 brachte man zumindest die erhaltenen zwölf Steine wieder zurück und stellte sie erneut auf. Diese Neuaufstellung erfolgte relativ willkürlich und nicht an den ursprünglichen Standorten der Gräber. Grabstelle und Grabstein passen also vermutlich nicht genau zueinander.

Wie viele Menschen insgesamt dort bestattet liegen und wie viele Grabsteine es ursprünglich waren, ist unbekannt. Das, was hier heute vorzufinden ist, ist also allenfalls ein fragmentarisch überlieferter Friedhof, der heute Eigentum der Landeshauptstadt Düsseldorf ist. Seit 2004 steht er unter Denkmalschutz.

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