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Gastro-Personalnot - Chance durch Flüchtlinge : Stets weltoffen

Viele Hotels und Gaststätten in Düsseldorf sind derzeit dringend auf neues Personal angewiesen – und könnten dabei auch Geflüchteten aus der Ukraine eine Job-Perspektive bieten.

„Vorausgesetzt, die Bezahlung stimmt. Denn wer vor dem Krieg flieht und bei uns Schutz sucht, darf nicht ausgenutzt werden. Viele suchen bereits nach Arbeit“, sagt Zayde Torun von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG-Regionalchefin verweist auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Danach zählte das Gastgewerbe der Landeshauptstadt im April 389 offene Stellen – fast fünfmal so viele wie noch vor einem Jahr.

In ganz NRW waren im April 6.104 Arbeitsstellen im Gastgewerbe unbesetzt – 3.590 mehr als ein Jahr zuvor. „Das ist auch eine Chance für die Gastronomen und Wirte, die faire Bedingungen bieten“, so Torun. Gerade das Gastgewerbe sei weltoffen: Dort arbeiteten schon immer Menschen unterschiedlichster Herkunft – auch aus Osteuropa.

„Die Branche ist ideal für den Quereinstieg: Von der Küche bis zum Service – hier haben auch Beschäftigte ohne Berufsausbildung gute Chancen. Und Fachkräfte werden ohnehin dringend gebraucht – vom Barkeeper bis zur Hotelfachfrau“, betont Torun. Die Gewerkschafterin verweist darauf, dass der Einstiegsverdienst in der Branche in NRW seit Mai bei 12,50 Euro pro Stunde liegt. Fachkräfte kämen auf einen Stundenlohn von mindestens 13,95 Euro.

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„Diese Einkommen machen die Arbeit an Theke und Tresen deutlich attraktiver. Nicht nur Beschäftigte aus Düsseldorf, sondern gerade auch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die einen Job suchen, sollten darauf bestehen, nach Tarif bezahlt zu werden“, rät Torun. Jetzt sei die Politik in der Pflicht, rasch die Weichen zu stellen, um das Fußfassen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. „Wichtig ist, dass die ukrainischen Bildungsabschlüsse unkompliziert anerkannt werden. Und es muss einen vereinfachten Zugang zu Sprachkursen geben. Denn die Sprache ist der Schlüssel, um zurechtzukommen“, so Torun.

Angesichts des hohen Anteils an Frauen mit Kindern unter den Geflüchteten müsse sich der Staat zudem um genug Kita- und Schulplätze kümmern. „Denn ohne Betreuungsangebote kommt für die Eltern maximal ein Minijob mit wenigen Wochenstunden infrage. Damit wäre allerdings die Chance auf eine echte berufliche Integration vertan“, warnt Torun. Das Potential der Geflüchteten sei enorm: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 92 Prozent der Ukrainerinnen in ihrer Heimat erwerbstätig oder befanden sich in der Ausbildung.