1. Düsseldorf

Düsseldorfer Stadtführer Weltgästeführertag

Am 16. Februar ist Weltgästeführertag: Es geht gratis an „Lieblingsorte“ der Stadt : Die Retterin von Düsseldorf

Der Start einer Kirchenbesichtigung erfolgt in der Kneipe. Und warum ritten 1813 Kosaken durch die Bolkerstraße oder welcher Promi liegt eigentlich auf dem Nordfriedhof? Der Verein Düsseldorfer Stadtführer bietet zum Weltgästeführertag am Sonntag acht Gratis-Erkundungen in der Stadt an. Es geht an die Lieblingsorte der Profi-Guides.

Traditionell läuten auch Düsseldorfs Touristen-Aufklärer seit 1989 die Saison mit ehrenamtlichen Schnupperführungen ein. Zeitgleich mit Kollegen und Kolleginnen in über 20 Ländern auf vier Kontinenten. Das geschieht stets rund um den 21. Februar, dem Gründungsdatum des Weltverbandes der Gästeführer. Am Sonntag, 16. Februar, machen sich in Düsseldorf ab 10.30 Uhr über den Tag verteilt acht Stadtführerinnenund -führer auf den Weg – in Richtung ebenso vieler Ziele.

Vier von ihnen stellen im Vorfeld die Themenschwerpunkte ihrer Führung vor. „Denn die laufen unter einem bestimmten Motto“, erzählt die Vereinsvorsitzende Antje Kahnt. Fürs Wochenende geht es um „Lieblingsorte“. Kahnt: „Das klang für uns zunächst recht gewöhnlich, zumal wir uns in der Vergangenheit schon mit durchaus herausfordernden Titeln wie etwa ’Blau’ auseinandersetzen mussten.“ Doch es hat dann doch wohl schnell Klick gemacht, davon zeugen zumindest die begeisterten Kurzbeschreibungen der City Guides.

So führt die Französin Brigitte Rey-Brögger auf die Bolkerstraße in der Altstadt. „Sehr häufig statte ich mit meiner Freundin sämtlichen Bars hier einen Besuch ab“, erzählt sie. „Es ist herrlich zu sehen, wie die Menschen hier Spaß haben.“ Tatsächlich stand die heutige Partymeile auch in früheren Zeiten oft im Mittelpunkt. Rey-Brögger: „Anfang des 19. Jahrhunderts schaute hier der Schwager von Napoleon vorbei. 1813 ritten Kosaken durch die Bolkerstraße in Richtung Marktplatz.“ Sie wird erzählen, warum.

Ute Pannes und Daniela Pusch begeben sich auf ihren Streifzügen – die Schnupperführungen sind verkürzt auf rund eine Stunde angelegt – beide ins Grüne. Während die dienstälteste Stadtführerin Pannes sich mit Gästen anschaut, „was denn im Winter so im Hofgarten los ist“ und dabei verstärkt die Kultur- und Theaterdenkmäler im Blick hat, lädt Daniela Pusch auf den Nordfriedhof ein. Auch, um Grabstätten prominenter Düsseldorfer und Düsseldorferinnen aus Wirtschaft, Kunst und Politik zu besuchen. Sie verbindet „berühmte Tote mit der Stadtgeschichte und Ute Pannes bittet Gäste geheimnisvoll um die Mitführung eines Taschenspiegels. Sie will erst am Sonntag verraten, wozu.

Antje Kahnt beginnt ihre Themenführung in der Kneipe. Das „Kreuzherreneck“ an der Ratinger Straße ist Ausgangspunkt für die Besichtigung der benachbarten und namensgebenden Kreuzherrenkirche. „Kloster, Kunst und Koks“ ist der Programmpunkt überschrieben. Das verheißt einiges, nicht nur eine „begeisternde Deckenbemalung“ (Antje Kahnt, die in diesem Zusammenhang an ein Opernglas als Ausrüstung für Teilnehmer erinnert). Das Gotteshaus, das seit 1990 als Schulkirche des St. Ursulinen-Gymnasiums dient und öffentlich nicht so ohne Weiteres zugänglich ist, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Dazu zählt, das es 1800 von den Franzosen profaniert wurde, um etwa als Militärlager zu dienen.

„Zwischenzeitlich diente es bis Anfang der 1960er Jahre dem Finanzamt als Räumlichkeit“, erzählt die Stadtführerin. Es folgten 30 Jahre Umbauarbeiten bis zur erneuten Weihung 1990. Eine besondere Rolle in der Historie der Kirche spielten offenbar der Herzog von Jülich und Berg, Gerhard II. und vor allem seine Gattin Sophie von Sachsen. „Ich würde sie als die Retterin von Düsseldorf bezeichnen“, sagt Antje Kahnt. Wieso das? Nun, einfach mal am Sonntag mitgehen ...

Das komplette „Lieblingsorte“-Programm findet sich im Netz unter www.duesseldorfer-stadtfuehrer.de/aktuelles. Infos bei Antje Kahnt unter Telefon 0177-2497391