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Jobcenter Düsseldorf : „Ich bin das beste Beispiel“

Arnold Mertens ist Fachassistent Eingangszone im Jobcenter Düsseldorf-Mitte und erster Ansprechpartner für die Kundinnen und Kunden. Bis vor kurzem gehörte er selbst noch zu ihnen.

Die Eingangszone ist der zentrale Anlaufpunkt des Jobcenters. Hier sprechen die Kunden vor, wenn sie Termine machen oder Unterlagen abgeben möchten, Fragen haben zum Bewilligungsbescheid oder zum Ausfüllen der Formulare. Dann hilft ihnen Arnold Mertens, Fachassistent Eingangszone. Er und seine Kollegen sind dafür zuständig, die Anliegen der Kunden so weit zu regeln, dass diese nicht zu ihrem Sachbearbeiter müssen. „In 99 Prozent der Fälle können wir die Dinge klären“, sagt Arnold Mertens.

Dass er heute auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzt, empfindet Arnold Mertens als großes Glück. Früher arbeitete er in der öffentlichen Verwaltung, dann verlor er seine Stelle, war mehrere Jahre arbeitslos. Irgendwann kam der Punkt, „an dem es so nicht mehr weiterging. Ich musste etwas tun.“

Über eine Maßnahme des Jobcenters landete er bei der Zukunftswerkstatt Düsseldorf in der Fahrgastbetreuung der Rheinbahn. Es folgte das Programm „Soziale Teilhabe“, zu dem ein spezielles Coaching des Jobcenters gehörte. Dort fiel die Frage, ob er sich nicht vorstellen könnte, in der Eingangszone zu arbeiten. „Ich kann ja gut mit Leuten.“ Arnold Mertens schrieb eine Bewerbung, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Erst dauerte es eine Weile, dann ging plötzlich alles ganz schnell. Am 7. Dezember letzten Jahres unterschrieb er seinen Vertrag, drei Tage später fing er an. Für den 58-Jährigen das schönste Weihnachtsgeschenk: „Es ist großartig, dass das Jobcenter auch ältere Leute einstellt.“

Positiv überrascht sei er gewesen, wie ihn das Team aufgenommen habe, wie gründlich die Einarbeitung erfolgte. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben.“

Was muss man mitbringen für diesen Beruf? „Belastbarkeit“, sagt Arnold Mertens, „man sollte mit Menschen umgehen können. Und manchmal braucht man auch ein dickes Fell.“ Es kommt vor, dass Leute an ihm ihren Ärger ablassen, „wenn das Jobcenter nicht so gearbeitet hat, wie der Kunde sich das vorstellt“. Er nimmt es nicht persönlich. „Man ist der Blitzableiter, ich versuche das zu ignorieren.“ Ein bisschen Sozialarbeiter ist er auch; manche Kunden haben „einen erhöhten Gesprächsbedarf“, stellt Arnold Mertens fest. Die Leute sollen sich wertgeschätzt fühlen, das ist ihm wichtig. Und wenn die Kunden sich bedanken, freut ihn das. „Es ist ja eher eine relativ kleine Hilfe, die wir hier in der Eingangszone leisten können.“

Eine Arbeit zu haben oder nicht, verändert alles. Wer wüsste das besser als Arnold Mertens. Etwas zu tun haben, Geld verdienen, Anerkennung bekommen – sein neuer Job habe ihm vor Augen geführt, „wie viel mir tatsächlich gefehlt hat“. Seinen Kunden rät er, dass es sich durchaus lohnen könne, Hilfe anzunehmen und den Vorschlägen des Jobcenters zu folgen. Vielleicht klappe es nicht immer auf Anhieb, aber: „Ich bin das beste Beispiel“, sagt Arnold Mertens und hat noch einen Tipp: „Wenn man zulässt, dass einem geholfen wird, funktioniert es meistens besser.“

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