Breite Beteiligung prägt das Konzept zur Wärmeversorgung Schrittweiser Umbau

Düsseldorfs Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Kommunalen Wärmeplan beschlossen und damit, so die Stadt, einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung verabschiedet.

Der Kommunale Wärmeplan wurde in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet (v. l.): Heidrun Leinenbach (Stadtwerke Düsseldorf), Dr. Werner Fliescher (Haus & Grund), Umweltdezernent Jochen Kral, Frederic Ferber (Handwerkskammer), Marion Hörsken (IHK), Hans-Werner Eschrich (Innung Sanitär Heizung Klima), Torben Beisch (Netzgesellschaft) sowie Andreas Schmitt (Stadtwerke).

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Claus Langer

Nun beginne die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, der lokalen Wirtschaft und den Stadtwerken als zentralem Energieversorger mit der schrittweisen Umsetzung der im Plan enthaltenen Handlungsempfehlungen. Der 2024 gestartete Erstellungsprozess sei von einer intensiven Beteiligung der Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit geprägt gewesen. Ziel: die Perspektiven und das Fachwissen der gesamten Stadtgesellschaft frühzeitig einbinden.

Beteiligt waren neben Bürgern und politischen Vertretern zahlreiche weitere Akteure, wie etwa die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder die Innung Sanitär Heizung Klima. „Die breite Einbindung der verschiedenen Interessengruppen war entscheidend, um lokale Erfahrungen und fachliches Know-how gleichermaßen zu berücksichtigen und den Wärmeplan praxisnah, realistisch und zukunftsfähig zu gestalten“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral. „Auch die Umsetzung werden wir in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten angehen.“

Der Abschlussbericht zeige, dass Düsseldorf aktuell noch stark von fossilen Energieträgern und einer überwiegend alten Gebäudestruktur geprägt ist. Rund 92 Prozent des jährlichen Endenergieverbrauchs für Wärme entfallen demnach auf fossile Quellen, insbesondere Erdgas. Gleichzeitig bestehe ein erhebliches energetisches Sanierungspotenzial, da etwa 63 Prozent des beheizten Gebäudebestands im Jahr 1970 oder früher errichtet worden seien.

Die Potenzialanalyse verdeutlicht demnach: Die theoretisch technisch erschließbaren klimaneutralen Wärmequellen und Effizienzpotenziale übersteigen mit rund 11,5 bis 13,3 Terawattstunden pro Jahr den aktuellen Wärmebedarf von jährlich 7,8 Terawattstunden deutlich. Besonders hervorzuheben sind demnach die Potenziale der oberflächennahen Geothermie, der Nutzung von Rheinwasser als Wärmequelle sowie industrieller und abwasserbasierter Abwärme. Die größten Einsparpotenziale liegen in der energetischen Sanierung von Wohngebäuden und der Effizienzsteigerung industrieller Prozesse.

Darüber hinaus weist der Wärmeplan darauf hin, dass der Einbau neuer Gasheizungen – auch sogenannter Wasserstoff (H2)-Ready-Gasheizungen – angesichts langfristiger Kosten- und Regulierungsentwicklungen wirtschaftliche Risiken bergen kann. Wasserstoff und Biogas werden nach heutigem Kenntnisstand aufgrund begrenzter Verfügbarkeit, hoher Kosten und infrastruktureller Anforderungen nicht als realistische klimaneutrale Lösungen für die dezentrale Wärmeversorgung privater Gebäude in Düsseldorf angesehen.

Der Kommunale Wärmeplan soll Einwohnern vor allem eine Orientierung für zukünftige Investitionsentscheidungen im Bereich der Wärmeversorgung geben. Aus dem Wärmeplan als strategischem Planungsinstrument ergebe sich keine Verpflichtung zum Einsatz einer bestimmten Heiztechnologie. Auch ein Anschluss- und Benutzungszwang an die Fernwärme sei in Düsseldorf derzeit nicht vorgesehen.

Der Düsseldorfer Transformationspfad zur klimaneutralen Wärmeversorgung 2045 setzt auf einen ausgewogenen Mix aus Fernwärme in geeigneten hochverdichteten Gebieten, dezentralen Lösungen wie dem Einsatz von Wärmepumpen sowie der punktuellen Nutzung von Wasserstoff in der Industrie, sofern dieser verfügbar und wirtschaftlich einsetzbar ist.

Das Zielszenario der Wärmeversorgung im Jahr 2045 ist im Netz unter www.duesseldorf.de/waermeplanung verfügbar.

Der Kommunale Wärmeplan wurde in enger
Schrittweiser Umbau
Breite Beteiligung prägt das Konzept zur Wärmeversorgung Schrittweiser Umbau