Opposition: Maßnahmen bei Extrem-Graden sichtbarer machen In die Hitze-Offensive

Die anhaltenden Hitzewellen zeigten deutlich: Düsseldorf muss besser auf extreme Temperaturen vorbereitet sein. Das hat jetzt die SPD/ Volt-Ratsfraktion im Nachklang der langen Periode mit sehr hohen Temperaturen gefordert.

Extreme Hitze in Düsseldorf - „Aktionsplan muss zum Schutzplan werden.“ Foto: Archiv

Foto: imago/Jochen Tack/Archiv/ Jochen Tack

Zwar verfüge die Landeshauptstadt seit Ende vergangenen Jahres über einen Hitzeaktionsplan, doch viele der vorgesehenen Maßnahmen seien während der aktuellen Hitzewelle für die Menschen kaum sichtbar geworden, so die Oppositionspolitiker in einer Stellungnahme. Man fordere deshalb eine umfassende Hitze-Offensive für Düsseldorf, die kurzfristige Sofortmaßnahmen mit einem beschleunigten Ausbau der öffentlichen Infrastruktur verbinde.

„Wir haben gerade die erste Hitzewelle hinter uns, die nächste ist schon angekündigt. Deshalb muss der Hitzeaktionsplan jetzt mit Leben gefüllt werden. Ein Konzept allein schützt niemanden. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen im Ernstfall auch umgesetzt werden“, erläutert Ulrike Hora, Sprecherin im Ausschuss für Bevölkerungsschutz.

Nach Auffassung der Ratsfraktion gehört dazu auch, die im Hitzeaktionsplan ausdrücklich vorgesehene Einbindung des kommunalen Krisenmanagements konsequent zu nutzen. Bei außergewöhnlichen Hitzeereignissen sollte der Krisenstab der Stadt zusammentreten, die Lage bewerten und kurzfristig weitere Schutzmaßnahmen beschließen.

Hierzu zählten insbesondere:

- der Einsatz der bereits zur Fußball-EM 2024 erfolgreich eingesetzten 20 temporären Trinkwasserstationen der Stadtwerke,

- die Inbetriebnahme der vorhandenen Brumisateure (Sprühnebelanlagen),

- eine verstärkte Information über Trinkwasserangebote und kühle Aufenthaltsorte,

- sowie weitere kurzfristige Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen.

„Extreme Hitze ist längst eine Herausforderung für den Bevölkerungsschutz. Deshalb sollte der Krisenstab immer dann zusammenkommen, wenn der Deutsche Wetterdienst vor außergewöhnlichen Hitzewellen warnt. Genau dafür sieht der Hitzeaktionsplan entsprechende Strukturen vor“, so Hora.

Sie und ihre ParteikollegInnen schlagen ein Hitze-Investitionsprogramm zur Anpassung an den Klimawandel bis 2027 vor. Konkret:

- 30 zusätzliche fest installierte Trinkwasserbrunnen und damit ihre Zahl bis 2027 auf 60 verdoppeln,

- 20 weitere mobile Trinkwasserstationen anschaffen, sodass künftig insgesamt 40 temporäre Brunnen bei Hitzewellen eingesetzt werden können,

- zusätzliche Brumisateure an stark frequentierten Stadtplätzen einrichten,

- Spielplätze und Aufenthaltsflächen mit Trinkwasserbrunnen, Sonnensegeln und weiteren Verschattungsmaßnahmen auszustatten.

„Gerade dort, wo Kinder spielen, Familien ihre Freizeit verbringen oder viele Menschen unterwegs sind, brauchen wir Wasser, Schatten und Möglichkeiten zur Abkühlung. Vieles davon lässt sich kurzfristig umsetzen und dauerhaft etablieren“, erklärt Franca Bavaj, Sprecherin im Gesundheitsausschuss. Andere europäische Städte zeigten bereits, wie eine wirksame Hitzevorsorge aussehen kann. Rom verfüge mit seinen mehr als 2.500 öffentlichen Trinkwasserbrunnen über ein flächendeckendes Netz kostenloser Trinkwasserstellen. Wien baue seine 1.800 Trinkbrunnen sowie Sprühnebelanlagen und weitere Maßnahmen zur Abkühlung des öffentlichen Raums seit Jahren konsequent aus. Die Ratsopposition schlage deshalb vor, langfristig das Ziel eines flächendeckenden Netzes von 1.000 öffentlichen Trinkwasserbrunnen und einer konsequenten Verschattung von Spiel- und öffentlichen Plätzen für Düsseldorf zu entwickeln.

„Mit dem Klimawandel brauchen wir einen neuen Standard für den öffentlichen Raum. Kostenloses Trinkwasser, Schatten und Abkühlung müssen künftig genauso selbstverständlich sein wie Sitzbänke oder Straßenbeleuchtung. Düsseldorf hat einen Hitzeaktionsplan. Jetzt muss daraus ein echter Schutzplan für die Menschen werden“, so Bavaj abschließend.

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