Minusrekord auf Immobilienmarkt Im Sinkflug

Umsatzeinbrüche und eine historisch niedrige Anzahl an Transaktionen - auf Düsseldorfs Grundstücksmarkt finden Verkäufer und Käufer derzeit selten zusammen. „Unsere Kaufpreisauswertungen zeigen, dass die Preise im Jahresdurchschnitt 2023 in sämtlichen Segmenten deutlich günstiger werden“, sagt Thomas Weindel, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. „Luft entweicht aus der Immobilienblase - von einem Platzen kann allerdings keine Rede sein.“

Nur auf der Kö verbleiben die Grundstückswerte auf Vorjahres-Niveau - ansonsten sinken sie.

Nur auf der Kö verbleiben die Grundstückswerte auf Vorjahres-Niveau - ansonsten sinken sie.

Foto: pixabay/652234

Der Umsatz auf dem Grundstücksmarkt sei gegenüber 2023 noch einmal um drastische 59 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro eingebrochen. In Düsseldorf konnten lediglich gut 3.100 notarielle Immobilienkaufverträge des Jahres 2023 ausgewertet werden - das ist mit etwa 16 Prozent weniger verzeichneten Kauffällen gegenüber dem Vorjahr ein absoluter Minusrekord der vergangenen Jahrzehnte.

Aus diesem Datenmaterial hat der Gutachterausschuss nun auch die neuen Boden- und Immobilienrichtwerte 2024 abgeleitet und beschlossen. Erstmalig seit 15 Jahren sinken demnach im Jahresschnitt die Preise unbebauter Grundstücke. Der Teilmarkt der individuellen Wohnbaugrundstücke fällt im Durchschnitt um zehn Prozent. Bei den Grundstücken für Renditeobjekte, also für Mehrfamilienwohnhäuser und Büroobjekte, ist eine noch deutlichere Abwärtsbewegung von im Schnitt 20 Prozent festzustellen.

Ausnahme seien die Spitzenlagen an der Königsallee, dort verbleiben die Bodenrichtwerte für Büro- und Geschäftshausgrundstücke auf dem Vorjahresniveau. So gilt die Ostseite der Königsallee nach wie vor als teuerstes Pflaster in Düsseldorf mit 55.000 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

Für Eigenheime in mittleren bis guten Lagen, wie etwa in Benrath, müssen Kaufende weiterhin mit 1.050 bis 1.800 Euro pro qm rechnen.

Auch bei den bebauten Grundstücken fielen die Preise auf breiter Front. Bei freistehenden Ein- und Zweifamilien- sowie Reihenhäusern ist ein Preisrückgang von etwa sieben bis neun Prozent zu verzeichnen. „Dort wird nun wieder das Preisniveau der Jahre 2020/2021 erreicht“, stellt Dr. Kathrina Völkner, stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses, fest. Der durchschnittliche Preis für Mehrfamilienhäuser sowie für Büro- und Geschäftshäuser fiel sogar um rund 15 Prozent. Zum Vergleich: In diesem Segment hatte es ein Jahr zuvor noch minimale Preissteigerungen gegeben.

Die Preise für Eigentumswohnungen verzeichneten ebenfalls einen Rückgang - je nach Baujahr unterschiedlich: Um zwei Prozent bei Neubauwohnungen, etwa zehn Prozent weniger sind es für Wohnungen aus der Baujahresgruppe ab 1949. Die Preise für Wohnungen in sogenannten Vorkriegsbauten fallen im Schnitt um etwa sechs Prozent.

In mittleren Lagen, wie etwa in Unterrath, wurden nun Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen aus dem Baujahr 1980 für 3.850 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche veröffentlicht. Spitzenreiter sind Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen in Oberkassel, die bei 10.000 Euro liegen.

„In unseren monatlichen Auswertungen des Jahres 2023 zeigt sich insgesamt ein Negativtrend, der in manchen Teilmärkten zum Jahresende aber durchaus eine Seitwärtsbewegung erkennen lässt. Ob die Protagonisten am Markt wieder Mut schöpfen und schon im Laufe des Jahres 2024 die Talsohle erreicht ist, wird sich zeigen“, sagt Weindel.

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