Rasanter Flug-Anstieg, Passagier-Frust bleibt Weiter warten...

Der Flughafen Düsseldorf begrüßte in den NRW-Sommerferien über 2,8 Millionen Passagiere – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 61 Prozent. „Eine rasante Steigerung nach den pandemiebedingten Reisebeschränkungen“, so Airport-Geschäftsführer Thomas Schnalke. Jedoch durchgehend stark getrübt durch lange Staus und Wartezeiten bei Check in und Sicherheitskontrolle. Der Flughafen-Chef will „nichts schönreden“.

 Dynamischer Verkehrsanstieg – der Flughafen Düsseldorf begrüßte in den Sommerferien über 2,8 Millionen Passagiere. Doch die Dienstleistungsprobleme, so der Flughafen-Chef, würden vorerst bleiben.

Dynamischer Verkehrsanstieg – der Flughafen Düsseldorf begrüßte in den Sommerferien über 2,8 Millionen Passagiere. Doch die Dienstleistungsprobleme, so der Flughafen-Chef, würden vorerst bleiben.

Foto: Andreas Wiese/ANDREAS WIESE

 „Die Reiselust der Menschen ist ungebremst, der dynamische Verkehrsanstieg stimmt uns weit mehr als zuversichtlich. Wir sind auf einem guten Weg und haben im Vergleich zur Vorkrisenzeit schon wieder eine ordentliche Flughöhe“, so Schnalke. „In dieser Urlaubszeit liegen wir bei etwas mehr als 70 Prozent der Fluggastzahlen in den Sommerferien 2019.“

Traditionell und saisongemäß zog es die Urlauber vor allem ans Mittelmeer, mit Zielen in der Türkei, Spanien, Griechenland und Ägypten. Allein im Juli sind fast 1,9 Millionen Reisende von und nach Düsseldorf geflogen. „Ein Rekordmonat seit Pandemiebeginn“, so Schnalke. „Doch unsere Freude wird leider getrübt durch verzögerte Prozesse und zum Teil erhebliche Wartezeiten für die Fluggäste bei Check-in, Sicherheitskontrolle oder Gepäckrückgabe aufgrund des europaweiten Personalmangels bei zahlreichen Dienstleistern der Passagierabfertigung.“

Man habe bereits vor Ferienbeginn auf die erwartbaren Folgen hingewiesen und im Rahmen eigener Möglichkeiten tatkräftig unterstützt: Schnalke nennt die personelle Aufstockung der Servicekräfte durch Studierende, gezielte Umleitung der Passagiere und Entlastung bei der Wannenrückführung je nach Besetzung der Sicherheitskontrollen oder ein eigenes Team aus qualifizierten Mitarbeitenden zur Beschleunigung der Gepäckausladung in Peakzeiten. Alle hätten in herausfordernden Zeiten ihr Bestes gegeben. „Dennoch gibt es nichts schönzureden“, mahnt Schnalke. „Zeitraubende Verzögerungen und ungewohnt lange Wartezeiten – das ist nicht unser Standard und nicht unser Anspruch. Ich kann den Ärger vieler Passagiere absolut verstehen und mich nur noch einmal für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Aber zur Wahrheit gehört leider auch, dass die Rahmenbedingungen schwierig bleiben und die aktuelle Situation bis in den Herbst hinein anhalten wird.“

So erwarte der Düsseldorfer Airport mit über 1,8 Millionen Fluggästen im August annähernd hohe Passagierzahlen wie im Vormonat. Dabei sei nicht abzusehen, dass die personellen Engpässe bei den Systempartnern, insbesondere im Sicherheitsbereich, kurzfristig ausgeglichen werden könnten. „Aufgrund der verzögerten Prozesse bauen sich dann im Tagesverlauf häufig Flugverspätungen auf, die sich bis in die Nacht hineinziehen“, erklärt Schnalke. Abhilfe könnte hier die vom Airport im Rahmen der Kapazitätserweiterung beantragte flexiblere Nutzung des Start- und Landebahnsystems schaffen.

 Mit Blick auf die Sicherheitskontrollen in Lohausen sagt der Flughafen-Chef: „Wir stehen zu unserem Angebot, stärker in die Verantwortung zu gehen. Wenn sich wichtige Voraussetzungen für reibungslose Abfertigungsprozesse ändern, darf es nicht einfach ´Weiter so´ heißen. In Anlehnung an das Frankfurter Modell sind wir bereit, mit der Bundespolizei über eine Veränderung der Organisation und die Übernahme von Verantwortung zu reden.“

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