Drogenprävention der Polizei Düsseldorf: Dealer sind keine Freunde

Drogenprävention der Polizei Düsseldorf : „Dealer sind keine Menschenfreunde“

Taschendiebstähle, Telefon-Trickbetrüger, Gewaltstraftaten, Wohnungseinbrüche – es gibt Verhaltenstipps, die dabei helfen können, kein Opfer von Straftaten zu werden. Das Kriminalkommissariat „Kriminalprävention/Opferschutz“ der Düsseldorfer Polizei setzt sich dafür ein, Opferzahlen zu reduzieren. In unserer Serie „Straftaten vorbeugen“ stellen wir die Bereiche der kriminalpräventiven Arbeit und die jeweiligen Ansprechpartner der Polizei vor. Weiter geht es mit Kriminalhauptkommissar Volker Hülsmann. Er klärt Jugendliche im Bereich der Drogen- und Suchtprävention auf.

Während Volker Hülsmann den Schülern einer siebten Klasse der Anne-Frank-Realschule schildert, wie die polizeiliche Kontrolle eines Kiffers abläuft und welche Konsequenzen der Konsum von illegalen Drogen haben kann, hören die Jugendlichen gespannt zu. Ein echter Polizist, der von echten Fällen zu berichten weiß, das beeindruckt die Mädchen und Jungen. Denn es sind Beispiele aus der Nachbarschaft. Nicht welche aus weit entfernten Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt.

„Erwischen wir jemanden, dann schauen wir bei der Durchsuchung in allen Taschen nach. Auch die Schuhe muss der Verdächtige ausziehen, denn dort wird gerne mal was versteckt“, erklärt Hülsmann. „Und wenn was in der Unterhose sein könnte?“, fragt ein Schüler. „Besteht der Verdacht, dass Drogen vielleicht in der Unterwäsche versteckt worden sind“, erläutert der Polizist, „muss der Verdächtige mit auf die Wache und sich dort komplett ausziehen.“ Das finden die Schüler natürlich beschämend und sind sich einig: „Ganz nackt? Wie peinlich!“

Die schulische Aufklärungsarbeit im Bereich der Drogen- und Suchtprävention gehört zu Volker Hülsmanns Arbeitsalltag. Regelmäßig laden ihn Düsseldorfer Schulen zu Workshops ein. Dann bespricht er gemeinsam mit den Jugendlichen den Unterschied zwischen legalen und illegalen Substanzen, die aktuelle Situation in der Stadt, die Ursachen für Suchtentstehung und die strafrechtlichen Konsequenzen. Einen belehrenden Vortrag gibt es dann aber nicht. Die Schüler werden aktiv miteinbezogen und reale, anonymisierte Beispiele von Wohnungsdurchsuchungen oder Festnahmen machen das Thema anschaulich.

Die Anne-Frank-Realschule besucht Volker Hülsmann schon seit Jahren. Und auch dieses Mal zeigen sich die Schüler sehr interessiert und stellen neugierig Fragen. „Es kiffen doch so viele! Wenn es eh schon alle machen, warum wird es nicht legalisiert?“, fragt eine Schülerin.

„Nicht alle, die Haschisch probieren, werden sofort zum Dauerkonsumenten oder steigen automatisch auf andere Drogen um. Oft ist auch vorübergehende Neugier Ursache des Konsums. Dennoch könnte eine Legalisierung dazu führen, dass viele Menschen Haschisch als harmlos abtun“, erklärt der Polizist und weist darauf hin, dass auch legale Suchtmittel wie Alkohol, Zigaretten, Medikamente oder Shishas zu einem Problem werden können.

Eine Sache liegt Volker Hülsmann noch besonders am Herzen. Er betont: „Drogendealer sind keine Menschenfreunde. Sie verkaufen Euch keine Drogen, weil sie es gut meinen. Sie wollen schlichtweg Geld machen und an Euch verdienen. Und um noch mehr Geld zu machen, werden Drogen oft gestreckt.“

Dazu berichtet er den Schülern von einem realen Fall: „Vor paar Jahren haben wir einen Dealer festgenommen, der Heroin mit Rattengift streckte. Ein Konsument spritzte sich diese Mischung in die Adern. Zum Glück haben wir den ihn schnell gefunden. Sonst wäre er gestorben.“ Ein schockierendes Beispiel für die Jugendlichen.

Die Drogen- und Suchtprävention der Polizei Düsseldorf bietet unter anderem Gruppenvorträge für Vereine oder Elterninitiativen oder schulische Aufklärungsarbeit zu dem Thema an.

Wer Interesse hat, kann sich bei Volker Hülsmann telefonisch unter der Rufnummer 0211-870 6870 oder per Mail unter kkkp-o.duesseldorf@polizei.nrw.de melden

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