Kirmes Welt der Rotationen

Als Düsseldorf den diesjährigen Japan-Tag über die Bühne gebracht hatte, fiel Thomas König der viel zitierte Stein vom Herzen. „Das war die Blaupause für uns“, so der Architekt der Größten Kirmes am Rhein, die vom 15. bis 24. Juli ebenfalls Comeback nach Corona feiert. „Jetzt wussten wir - das Restrisiko können wir schultern.“ Und so entlud sich sein Stoßseufzer bei der Kirmes-Auftaktpressekonferenz: „Wir sind wieder da!“

 Die Aufbauarbeiten auf der Größten Kirmes am Rhein sind beendet - ab dem heutigen Freitag feiert der Rummel in Oberkassel bis zum 24. Juli Comeback nach Corona.

Die Aufbauarbeiten auf der Größten Kirmes am Rhein sind beendet - ab dem heutigen Freitag feiert der Rummel in Oberkassel bis zum 24. Juli Comeback nach Corona.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Man spüre, dass die Menschen sich nach Unterhaltung und nach Miteinander sehnen, so König. So sind er und Lothar Inden als Chef der veranstaltenden St. Sebastianus-Schützen optimistisch, dass die Besucherzahlen auch wieder an die vorpandemischen Zeiten anknüpfen können. „Wir wollen natürlich das Wetter abwarten“, so König, „aber wir gehen davon aus, dass die 4-Millionen-Grenze wieder gerissen werden kann.“

Dazu beitragen sollen natürlich wieder spektakuläre Fahrgeschäfte aus der Welt der Rotationen. Darunter ist eine Weltpremiere: Der turbulente Wirbler „Escape“ mit dem adrenalinfördernden Zusatznamen „Flight of Fear“ ist eine der insgesamt 20 Neuheiten (König: „An dem Punkt eine Rekord-Kirmes“) in Oberkassel 2022. „Eine runde Fahrplatte dreht sich, darauf befindliche Gondeln drehen sich - auch gegenläufig“, beschreibt König, was sich nach eigener Aussage mit nur zwei Händen eigentlich gar nicht beschreiben lasse. Nicht genug der Superlative - auch der Bayern-Tower, der „mit 90 Metern höchste Maibaum der Welt“ feiert Premiere, der „Gladiator“ ist der höchste Propeller-Looping der Welt, „Big Monster“ die schnellste Krake der Welt. Hinzu kommt ebenfalls erstmalig die animierte Entertainment-Fahrt mit VR-Brille im „Dr. Archibald“.

Doch neben der Geschwindigkeit spielt die gewohnte Entschleunigung der Familienfreundlichkeit und der gastronomischen Vielfalt eine große Rolle. Wilde Maus, das Kinderriesenrad „Toy Wheel“ oder das spektakuläre Laufgeschäft „Hotel Edelweiß“ stehen hier stellvertretend. „Alpenwelt“, „Tiroler Dorf“ und „Brooklyn Bar“ locken mit schmackhaftem Zeitvertreib, nicht zu vergessen Düsseldorfs Hausbrauereien, erstmals mit dem Altstadt-Brauhaus „Kürzer“.

Jedoch gehen auch hier die wirtschaftlich angespannten Zeiten nicht ganz an den Besucherinnen und Besuchern vorbei. Alle Bierbrauer ziehen die Preise an, teilweise reißt das Glas Alt die 3 Euro-Marke. Thomas König rechnet insgesamt mit moderaten Preisanpassungen auch bei den Schaustellern.

Polizei und Feuerwehr zeigen sich gewappnet. Die Beamten würden insbesondere auf den Kirmes-Freitag und die Abwanderungen vom Kirmes-Platz in Richtung Altstadt Schwerpunkte setzen, so ein Sprecher. Bei den jungen Kollegen habe es sogar freiwillige Einsatz-Meldungen gegeben. Das zeige die Beliebtheit der Kirmes, „denn auch unsere Leute haben Bock darauf.“

Schon um acht Uhr früh rücken 15 Pyrotechniker an, um das gewaltige Kirmesfeuerwerk aufzubauen, das am Freitag, 22. Juli, um 23 Uhr gezündet wird. Chef-Feuerwerker Martin Schmitz (60) verspricht Innovationen und eine „Riesenbandbreite“ mit Kalibern bis 200 mm, „die dieser Standort uns als einer der wenigen erlaubt.“

Die Schutz-Kampagne „Luisa ist hier!“ läuft bereits an über 35 Orten in Düsseldorf. Für die Rheinkirmes wurde die Kampagne angepasst. Mit dem Codewort „Ist Luisa hier?“ können Frauen und Mädchen, die sich auf der Kirmes in einer unangenehmen Situation befinden oder (sexuell) belästigt werden, diskret um Hilfe beim Thekenpersonal in den Bierzelten und bei den Rettungskräften vor Ort bitten.

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