1. Düsseldorf

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Sanierung Neubau

Zukunfts-Analyse stärkt Neubau-Befürworter : Eine Oper für alle

Im März 2019 hatte der Stadtrat die Verwaltung mit einer Analyse zum Opernhaus beauftragt und zwar hinsichtlich der Prüfung für eine „Sanierung“ des Bestandsgebäudes an der Heinrich-Heine-Allee, dessen „erweiterte Sanierung“ und einen „möglichen Neubau“. Jetzt wurde das Ergebnis des Gutachtens vorgestellt: Ein Opern-Neubau wird favorisiert.

(SP) „Die Zukunft unseres Opernhauses ist ein zentrales Projekt der kommenden Jahre. Mit den vorgestellten Erkenntnissen kommen wir einen wichtigen Schritt weiter. Aus meiner Sicht scheint ein Neubau größere Chancen und Möglichkeiten bereitzuhalten als eine Sanierung“, so Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. Man wolle allerdings zukünftig eine Oper für alle haben. Daher seien eine umfassende, qualifizierte Bürgerbeteiligung und ein breiter Meinungsaustausch bei diesem Projekt so ungemein wichtig. „Ich bin gespannt, was sich die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer für ihre Oper wünschen.“

Zur Bürgerbeteiligung äußert sich Kulturdezernent Hans-Georg Lohe: „Es ist geplant, in einem nächsten Schritt das Konzept mit der Projektgruppe ‚Zukunft der Oper‘ abzustimmen. Nach einer Auftaktveranstaltung, die die Untersuchungsergebnisse zum Operngebäude erläutert, sollen die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, sich konstruktiv in den Prozess einzubringen. In diesem erstmals eingerichteten Bürgerinnen- und Bürgerrat sollen Fragen und Meinungen zur Zukunft des Opernhauses offen diskutiert werden.“ Ziel sei, die Anregungen und Ideen in den Entscheidungsprozess einfließen zu lassen. Zudem würden  Fragen des Standortes eines möglichen Neubaus vertiefend betrachtet. Lohe: „Es ist geplant, die Vorlage Ende 2021 in die politischen Gremien einzubringen.

Das Gutachten befasste sich u. a. mit der räumlichen Ausrichtung eines zukunftsfähigen Opernhauses. Diese umfasst etwa zusätzlich erforderliche Seiten- und Studiobühnen sowie die Eingliederung von Proberäumen, die derzeit dezentral sind. Die durch verschiedene Fachingenieure erfolgte Prüfung des Bestandsgebäudes habe jedoch ergeben, dass eine Vielzahl baulicher, technischer und funktionaler Mängel vorliegt. Die Folge sei ein hoher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf. Die räumlichen Gegebenheiten des ursprünglich 1875 als Stadttheater errichteten Gebäudes seien somit nicht für einen zukunftsfähigen Opernspielbetrieb ausgerichtet.

Für einen möglichen Neubau wurde eine exemplarische Studie auf Basis des Nutzerbedarfsprogramms für den Standort am Hofgarten durchgeführt – die Studie lässt sich aber auch auf andere Standorte übertragen. So könnten besagte Bühnen, Parkplätze und Flächen für die Öffentlichkeit geschaffen werden. Diese sollen außerhalb des Spielbetriebes zugänglich sein und dem Opernhaus eine Öffnung für ein breiteres Publikum, einen Platz zum Verweilen, Treffen und Entdecken ermöglichen. Die vorläufigen und ausschließlich auf dem aktuellen Wissenstand beruhenden Kosten bewegten sich zwischen 457 und 716 Millionen Euro für einen Neubau im Hofgarten.

Für eine Ersatzspielstätte bei einer Sanierung des Opernhauses sowie den möglichen Neubau an einem alternativen Standort wurde eine Analyse des Stadtgebietes durchgeführt. und 28 Standorte ohne „Denkverbote“ und zunächst ausschließlich anhand des Flächenbedarfs betrachtet. Dafür käme etwa der Hofgarten, der Hafen oder der ehemalige Standort Kaufhof Am Wehrhahn in Frage.

Neben den baulichen und räumlichen Anforderungen an ein Opernhaus habe man eine Vision für ein Opernhaus der Zukunft erarbeitet. Auch hier würden Anregungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung aufgenommen. Opern-Generalintendant Prof. Christoph Meyer wirbt ebenfalls für einen Neubau: „Mit der Entscheidung für das ‚Opernhaus 203+’  würden die Weichen für eine Zukunft Düsseldorfs als Opernstandort und Kulturstadt gestellt. Als neues Wahrzeichen könnte das Gebäude zum attraktiven, urbanen Treffpunkt für eine heterogene Stadtgesellschaft wie eine attraktive Destination für den internationalen Kulturtourismus werden.“ Er zählt kreative und gastronomische Angebote, die Junge Oper, Workshops für Schulen, Lunch-Konzerte und Ausstellungen auf.