„Tonies“ räumen beim Gründerpreis ab: Gründer aus Düsseldorf sorgen für Hype

„Tonies“ räumen beim Gründerpreis ab : Duo aus Düsseldorf sorgt für Riesenhype in deutschen Kinderzimmern

Eine völlig neue, kindgerechte Möglichkeit, Hörspiele und Musik zu hören – das sind die Tonies der Firma „Boxine“ aus Düsseldorf. Das originelle Spielzeug löste einen Riesen-Hype in deutschen Kinderzimmern aus und auch die Jury, die für den Deutsche Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger 2019 drei herausragende Unternehmen wählte, war begeistert.

Kinder lieben Märchen, Hörspiele und Musik, Eltern dagegen kämpfen auch im Zeitalter des Internets immer noch mit ruckelnden CDs und kaputten CD-Playern. Selbst genervt von solchen Problemen im heimischen Kinderzimmer, spielte Kreativdirektor Patric Faßbender mit den Plastikfiguren auf seinem Schreibtisch herum, als es „Klick“ machte. Seine Idee: die Toniebox von Boxine. Das Abspielgerät ist ein kuscheliger, weich gepolsterter Würfel, den das Kind auch mit ins Bett nehmen kann. Die Inhalte sind nicht auf CDs gepresst, sondern in liebevoll gestalteten Spielfiguren versteckt. Stellt man eine Figur auf den Würfel, erzählt sie ihre Geschichte oder spielt Musik. Die Auswahl ist groß und reicht von Klassikern wie Rotkäppchen bis zu modernen Lerninhalten.

„Ich war sofort Feuer und Flamme, denn ich suchte schon länger nach einer neuen beruflichen Herausforderung“, erinnert sich der ausgebildete Grafiker Patric Faßbender (48). Das Design war sein Metier, doch wie sollten die technischen Probleme gelöst werden? „Da fiel mir ein anderer Vater ein, den ich über den Kindergarten unserer Kinder kannte.“ Mitten in der Nacht schickte der Kreative dem Ingenieur Marcus Stahl eine E-Mail mit einem ersten Tonies-Konzept – und traf direkt ins Schwarze. „Auch ich war auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive und wusste sofort, dass es das ist“, sagt Stahl (51).

Die Gründung war schnell beschlossene Sache, beide hatten „schon immer den Antrieb, etwas eigenes zu machen“. Sie kündigten ihre Jobs und investierten, finanziert von „Family and Friends“, rund dreieinhalb Jahre, mehrere Millionen Euro und „viele Liter Herzblut“ in die Entwicklung der patentgeschützten, auf dem Markt völlig einzigartigen Tonies. „Wir haben das nur als Chance, kaum als Risiko wahrgenommen.“

Im September 2016 ging das Duo mit 19 Figuren an den Start. Beim Verkauf des „erklärungsbedürftigen Produkts“ setzen die Gründer vor allem auf den stationären Handel. Im Weihnachtsgeschäft 2016 wurden ihnen 30.000 Starterboxen regelrecht aus den Händen gerissen und das Start-up machte innerhalb der ersten vier Monate 2,2 Millionen Euro Umsatz. Schon im folgenden Jahr war Boxine profitabel, im Jahr 2018 stieg der Umsatz auf 60 Millionen Euro. Bis heute gingen mehr als eine Million der rund 80 Euro teuren Boxen über die Ladentische der inzwischen über 3.000 Händler, dazu kommen über 10 Millionen Figuren für je 15 Euro.

Die Auswahljury war begeistert von dieser rasanten Erfolgsgeschichte auf dem schwierigen, wettbewerbsintensiven Spielwarenmarkt und nominierte „Boxine“ für den Deutschen Gründerpreis 2019 in der Kategorie Aufsteiger. Die Experten lobten die „überzeugende Idee“ und die „hervorragende Umsetzung“ der Gründer, denen es gelang „in kurzer Zeit eine Marke zu etablieren“.

Zudem überzeugten die „beeindruckenden Wachstumszahlen“ und die „positiven Zukunftsperspektiven“ der Düsseldorfer, die „mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen haben“ und „ihr Unternehmen permanent weiterentwickeln“. So sind inzwischen auch Figuren im Angebot, mit denen Kinder ihre eigenen Inhalte aufnehmen können.

Außerdem planen die Gründer, Produkte für ältere Kinder ab zehn Jahren auf den Markt zu bringen. Daneben will „Boxine“ in Europa, den USA und China aktiv werden. „Die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis ist eine tolle Auszeichnung und etwas ganz Besonderes“, finden die Partner, die inzwischen Freunde geworden sind. „Das Gründerpreis-Netzwerk ist das „Who is Who“ der deutschen Wirtschaft und wir freuen uns, wenn wir von dieser Kompetenz profitieren dürfen. Außerdem werden wir durch die Berichterstattung sicherlich noch bekannter werden.“

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