Leseratte? Lesehund!

Leseratte? Lesehund!

Vom Breidenbacher Hof erwartet man ja ein Empfangskomitee. Aber von der Bücherstube Eller?Dixi trägt keine Uniform. Seiner Freundlichkeit tut das aber keinen Abbruch. Er begrüßt jeden Kunden, der den Buchladen an der Gumbertstraße betritt.

Dann setzt er sich elegant zu Füßen des Besuchs und erwartet eine anständige Kraul-Einheit.

Der mexikanische Terrier ist seit acht Jahren stets an der Seite von Claudia Alt. Das hübsche Kerlchen, das ein bisschen wie ein höher gelegter Jack Russell aussieht, wurde von einer Tötungsstation gerettet. Für einen Terrier ist er ziemlich sanftmütig. "Aber wachsam", sagt Claudia Alt. Denn die Kasse hat Dixi stets im Blick.

Die Kunden haben an dem freundlichen kleinen Hund sichtlich Spaß. Und der lässt sich die Streicheleinheiten gefallen. Wie etwa von der älteren Dame, die in die Bücherstube kommt, weil sie ungedingt den kleinen Prinzen auf Düsseldorfer Platt haben will. Das Buch von Monika Voss ist gerade erschienen, und ihr sechsjähriger Enkel soll auf diesem Wege mit der Mundart bekannt gemacht werden. Ein kleiner Plausch, ein paar Streicheleinheiten, das Buch - und die Kundin geht freudestrahlend nach Hause. Manchmal ist es so einfach.

Dabei sind gerade die Buchläden in den Stadtteilen inzwischen ein Fall für den Artenschutz. "Viele Kunden wissen gar nicht, dass wir im Prinzip den gleichen Service wie Internet-Anbieter haben. Innerhalb von 24 Stunden ist die Ware da. Bestellt werden kann auch telefonisch oder per E-Mail", sagt Claudia Alt.

Mit dem Unterschied: Eine Begegnung mit Dixi gibt's nur im Laden. Über seine Buch-Vorlieben war wenig zu erfahren. Aber seine Ecke ist da, wo Familienratgeber und Kochbücher stehen. Dixi ist zwar eindeutig keine Leseratte, aber ganz offensichtlich ein Lesehund...

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