Im Jugendarrest „Talente fördern“

Fast jeder Bezirksvertreter bedankte sich an diesem Tag im Rathaus am Neusser Tor bei Edwin Pütz. Warum?

 Edwin Pütz leitet seit rund zehn Jahren die Jugendarrestanstalt an der Heyestraße.

Edwin Pütz leitet seit rund zehn Jahren die Jugendarrestanstalt an der Heyestraße.

Foto: schrö

Eigentlich wollte der Leiter der Jugendarrestanstalt an der Heyestraße in der politischen Vertretung nur darauf hinweisen, dass das ehemalige Gerresheimer Amtsgericht nun leer steht, saniert werden kann und er auf die Genehmigung des Landes hofft, noch im Sommer mit der Sanierung anzufangen. Doch die Fragen der Politiker zeigten: Der Jugendarrest ist den meisten eine völlig unbekannte Welt, höchstens gespickt mit vorgefertigten Urteilen und falschen Annahmen. Pütz sagte: „Wir brauchen mehr Platz und bemühen uns deshalb seit vielen Jahren, das Haus für uns nutzbar zu machen.“

Aber nicht, um mehr Jugendliche aufzunehmen, sondern um mehr Raum für erzieherische Aufgaben anzubieten. „Wir sind zwar mit unserer Einrichtung für dreißig Prozent Nordrhein-Westfalens zuständig, kommen aber mit den 60 Plätzen gut aus.“ Dann müssten sich nicht den einen großen Saal teilen müssen: der Sport, die Besucher sowie die Teilnehmer von Sicherheitstrainings. „Und wir müssten nicht immer den Billardtisch hin- und herschieben.“ Lebhaft, versiert und öffentlichkeitswirksam vermittelte Edwin Pütz Einsichten. Die Jugendlichen helfen beim Auf- und Abbau von Veranstaltungen von Bürgerhilfe, evangelischer Kirche und TuS Gerresheim, spazieren zum Kletterworkshop Richtung Cosmo Sports - „und kommen auch immer zurück.“ Dennoch kam der Anstaltsleiter und Jugendrichter nicht umhin einzugestehen, dass die Rückfallquote hoch ist. „Die Jungs kommen aus desolaten familiären Verhältnissen und gehen nach dem Aufenthalt wieder zurück in dieses Umfeld. Das können wir nicht ändern.“

Dennoch versuchen er und seine Leute alles, um den Jugendlichen klarzumachen: Ich bin nicht nur Sch......! Sie fördern verborgene Talente. Und die Erfolge? „Die werden oft erst sehr viel später sichtbar.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf)
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