Interview mit Kathrin Schmack „Hoffentlich haben wir das alles bald wieder“

Kathrin Schmack im Gespräch: Die 1. Vorsitzende des Ruderclubs Germania Düsseldorf hält sich auch in den Zeiten der Corona-Krise fit und ruft dazu auf, es ihr gleich zu tun. Maren Derlien sprach mit der sportiven Vorsitzenden.

 Bleibt in Form: Kathrin Schmack beim Training im heimischen Garten.

Bleibt in Form: Kathrin Schmack beim Training im heimischen Garten.

Foto: RUDERCLUB GERMANIA DÜSSELDORF

Wie sehr fehlt dir das Clubleben?

Es fehlt mir sehr. Mir fehlen die Clubabende und auch die vielen sonstigen Termine rund um unseren Club, die sonst annähernd täglich bei mir und bei meinen Vorstands- und CV-Kollegen auf dem Kalender stehen. Und natürlich habe nicht nur ich mich schon so sehr auf den Frühling gefreut, den viele von uns liebend gerne auf dem Wasser verbringen würden. Gerade dieser Tage, wo der Himmel so fantastisch blau ist, wäre eine Rudereinheit ein wirkliches Erlebnis. Jetzt, wo man das alles vermisst, merkt man ganz besonders, was für ein toller Sport die Ruderei doch ist, in der Natur, auf dem Wasser, mit tollen Teamkollegen, und dann noch das Clubleben an Land … hoffentlich haben wir das alles bald wieder!

Wie funktioniert die Vorstandsarbeit auf Entfernung?

Unsere Vorstandssitzungen finden im „Homeoffice“ als Telefonkonferenzen statt, denn einiges musste und muss geklärt werden. Die Themen der ausfallenden CV-Sitzung konnte bis zur nächsten planmäßigen Sitzung geschoben werden.

Welche Möglichkeiten haben die Leistungssportler?

Unsere Athleten haben die Möglichkeit bekommen, zuhause zu trainieren. Fast alle Ruder- und Radergometer wurden auf diejenigen Athleten verteilt, die nationale oder internationale sportliche Ziele verfolgen. Alle werden nun aus dem Homeoffice von unseren Trainern betreut und bekommen Trainingspläne. Die Sportler wiederum übermitteln ihren Leistungsstand kontinuierlich per Protokoll.

Unsere Mastersgruppe ist natürlich ebenfalls extrem ausgebremst. Die sportlichen Ziele versucht man aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen, ob die jetzt noch geplanten Regatten überhaupt stattfinden. Trainer Günter Schroers hat einen Corona-Home-Office-Trainingsplan erstellt und die ganze Gruppe hält per WhatsApp in dieser Krisenzeit fest zusammen. Man hält sich individuell fit und wenn sich die ersehnten Wettkampf-Möglichkeiten ergeben, dann werden unserer Masters sicherlich auch in diesem Jahr wieder ernstzunehmende Gegner sein.

Wir hoffen, dass unsere Trainingsmannschaften in diesem Jahr überhaupt eine Gelegenheit haben werden, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich auf Regatten sportlich zu messen.

Wie ist die Situation für Leonie Menzel?

Die Olympischen Spiele in Tokio wurden ja bekanntlich auf 2021 verschoben. Leonie hatte sich im Februar national für den Doppelzweier qualifiziert und bereitete sich auf die Nachqualifikationsregatta vor. Sie wird nun ein weiteres Jahr hart arbeiten müssen, um sich ihren Traum von Olympia womöglich erfüllen zu können. Wir glauben, dass sie auch für 2021 gute Chancen hat und werden sie weiterhin bestmöglich unterstützen.

Wie sieht es bei Leonie Pieper aus?

Zu der Saisonplanung von Leonie kann man derzeit gar keine gültige Prognose abgeben. Dazu ist die derzeitige Situation im Leichtgewichtsbereich viel zu unübersichtlich. Da bleibt ihr nur, sich fit zu halten und zu schauen, ob und welche Möglichkeiten dieses Jahr überhaupt bestehen. Wir hoffen für unsere erfolgreichste Athletin, dass sie aus dieser zwangsverordneten Orientierungslosigkeit heraus doch noch einen versöhnlichen Saisonabschluss 2020 erzielen kann. Die Weltmeisterschaften wären das erneute Ziel, sie wurden bislang noch nicht verschoben oder abgesagt. Die Europameisterschaften wurden bereits verschoben. Wir müssen abwarten, was aufgrund der Coronakrise überhaupt möglich sein wird.

Die Breitensportler sind ja auch weiter aktiv, wie motiviert sind sie wohl?

Ich bin gespannt, wer mir alles ein Foto vom Sporttreiben schickt. Da werden mit Sicherheit auch die Breitensportler dabei sein. Sie kommen üblicherweise zwei bis drei Mal in der Woche zum Verein, manche auch öfter. Sie werden ebenso individuell Sport machen und sich fit halten. Für die Touren auf dem Rhein oder auf Wanderfahrten.

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