Firma Henkel „befeuert“ das Fernwärme-Netz „Klug vereint“

Die Düsseldorfer Unternehmen Henkel und die Stadtwerke haben eine langjährige Partnerschaft besiegelt: Als erste Firma der Stadt wird der Konsumgüter- und Industriekonzern die Kamin-Abwärme aus seinem eigenen Kraftwerk in das Fernwärme-Netz der Stadtwerke einspeisen.

Fernwärme-Partner: Stadtwerke-Vorstand   Julien Mounier (l.), mit Henkel-Standortleiter Dr. Daniel Kleine.

Fernwärme-Partner: Stadtwerke-Vorstand Julien Mounier (l.), mit Henkel-Standortleiter Dr. Daniel Kleine.

Foto: NILS HENDRIK MUELLER

Die industrielle Abwärme kann Henkel für die eigene Energieversorgung nicht effizient nutzen, da der Standort kein Warmwassernetz betreibt. Im Rahmen des Projektes sollen künftig bis zu 40 Prozent der Fernwärme für die Stadtteile Garath und Benrath über Kraft-Wärme-Kopplung aus Holthausen gedeckt werden. Dadurch können die Stadtwerke nach eigener Aussage ihren Erdgasverbrauch erheblich reduzieren. Die CO2-Emissionen der Stadt Düsseldorf sinken demnach um etwa 6.500 Tonnen jährlich.

Der Leitungsbau beginnt voraussichtlich im November 2022, die Einspeisung der Abwärme soll bis Ende 2024 erfolgen. Die Partnerschaft - so verlautet es aus beiden Unternehmen -  ist langfristig angelegt. Denkbar seien weitere Ausbaustufen.

„Diese Kooperation ist eine wichtige Investition in den Klimaschutz und stärkt auch den Wirtschaftsstandort Düsseldorf“, so Stadtwerke-Vorstand Julien Mounier- „Sie zeigt: Ökologie und Ökonomie stehen nicht im Gegensatz zueinander. Klug vereint, sind sie die Grundlage für eine lebenswerte und wirtschaftlich erfolgreiche Stadt“,

Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standortleiter Düsseldorf, ergänzt: „Mit dem Projekt leisten wir nicht nur einen Beitrag zur Energieversorgung unserer Heimatstadt, sondern auch zu mehr Klimaschutz, denn die energetische Nutzung von industrieller Abwärme ist hocheffizient und nachhaltig. Als Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, bis 2030 klimapositiv zu produzieren. Doch die Klimakrise lässt sich nur gemeinsam lösen, und deshalb sind Partnerschaften wie diese so wichtig.“

Hintergund: Dem Wärmesektor wird eine wichtige Rolle bei der Reduzierung klimaschädlicher Emissionen beigemessen. Ein Teil der Düsseldorfer Fernwärme wird, nach Stadtwerke-Angaben, mit der Müllverbrennung in Flingern erzeugt, wobei rund die Hälfte der Abfälle biogenen Ursprungs seien. In Garath würden etwa 50 Prozent der Fernwärme mit dem nachwachsendem und klimaschonenden Brennstoff Altholz produziert.

Der weitaus größte Teil der Düsseldorfer Fernwärme wird demnach in Kraft-Wärme-Kopplung im Erdgaskraftwerk Block „Fortuna“ erzeugt. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Fernwärme erhöhe sich die Brennstoffausnutzung auf bis zu 85 Prozent. Deswegen gehöre„Fortuna“ zu den effizientesten Erdgaskraftwerken der Welt. Die Fernwärme, die in Kraftwerken mit diesen Wirkungsgraden erzeugt werde, sei etwa bei Neubauten den regenerativen Energien gleichgestellt. 

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