Erst ein kleiner Baum, dann ein Park?

Die Bürgerinitiative Mühlenbergpark wünscht sich Am Mühlenberg in Heerdt einen kleinen Park. Jetzt wurden erste Bäumchen gepflanzt.

 Gespannte Erwartung: Die Kinder vom Mühlenberg helfen gleich Markus Loh (li.) bei der Pflanzung einer Eiche. Mattes Wallenfang beobachtet das Geschehen.

Gespannte Erwartung: Die Kinder vom Mühlenberg helfen gleich Markus Loh (li.) bei der Pflanzung einer Eiche. Mattes Wallenfang beobachtet das Geschehen.

Foto: ho

Die Kinder sind aufgeregt. Dick eingemummelt gegen die Kälte stehen sie mit kleinen Schäufelchen parat. Sie wollen dabei helfen, eine junge Eiche zu pflanzen. Das familiäre und fröhliche Bild hat allerdings einen ernsten Hintergrund. Denn eigentlich ist auf der Fläche, auf der so fröhlich gepflanzt wird, eine Wohnbebauung vorgesehen.

Doch bei der Planung hatte man die Rechnung ohne die Altlasten im Boden gemacht. Im März 2013 ergaben Untersuchungen des Umweltamtes "Sanierungsbedarf für eine oberflächennahe Schwermetallbelastung und eine Mineralölkohlenwasserstoffverunreinigung in ca. 6 m Tiefe", wie es im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Umweltamts vom 19. März 2013 hieß. Und weiter: "Bei Erkundungen für die Erschließung des Plangebietes wurden zusätzlich Verunreinigungen mit Teer-Ölen in einer Tiefe bis 6,5 Meter festgestellt." Eine Teilsanierungsmaßnahme hatte es bereits 2007 gegeben.

"Damals stand dort wochenlang ein Zelt", erzählt Mattes Wallenfang von der Bürgerinitiative Mühlenbergpark. Darin wurde eine Entlüftung des Bodens vorgenommen. Und dann geschah auf dem Gelände nichts mehr. "Da traut sich kein Bauherr mehr ran", ist sich Wallenfang sicher. Zu groß sei der Aufwand, das Gelände auszukoffern, den Boden von Altlasten zu befreien.

Die Bürgerinitiative Am Mühlenberg hat da ein ganz anderes Ansinnen: Ein Park auf dem Gelände statt Wohnbebauung. Mit ihrer Baumpflanz-Aktion haben sie jetzt ein Zeichen für ihre Idee gepflanzt. Eicheln und junge Eichen haben sie gewählt, "weil die Eiche 100 Jahre alt wird und ein altes Symbol für den Frieden ist", sagt Markus Loh.

Gepflanzt haben sie ihre Bäumchen in einem Bereich, der auch im Rahmen des ursprünglichen Bebauungsplan-Entwurfs als Grünfläche vorgesehen ist. "Die Anwohner wünschen sich diesen Park", sagt Lothar Herstix von der Bürgerinitiative. Und er geht noch einen Schritt weiter: "Gemeinsam mit dem Ökotop, Teilen des Friedhofs und dem Rheinpark am Krankenhaus würde sich ein einzigartiger Grüngürtel für den Stadtteil ergeben."

In diesen Größenordnungen denken die Kinder vom Mühlenberg noch nicht. Sie schwingen eifrig ihre Schäufelchen, um der jungen Eiche einen festen Stand zu verpassen. Sie wird jetzt auf jeden Fall erst einmal wachsen.

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