Düsseldorf begeht am Wochenende die letzte Ausgabe des Open Source Festivals

Open Source Festival : Ein lautes Adieu

Zuletzt war ja viel über das „Open Source Festival“ zu lesen. Allerdings ging es dabei selten um Musik. Das soll sich am 13. Juli ändern, wenn es auf der Galopprennbahn zum letzten Mal laut wird.

„Ich freue mich wirklich auf die letzte Ausgabe“, sagte der künstlerische Leiter des „Open Source“, Philipp Maiburg, jüngst im Interview. „Darauf, zu sehen, wie und ob das Line-up funktioniert.“ Auf den Festival-Plakaten, die derzeit überall in der Stadt hängen, fallen zwei Namen besonders ins Auge: Faber und Sohn. Beide Künstler gehen auf der Main Stage an den Start. Sohn gilt dabei als Senkrechtstarter der vergangenen Jahre. Die komplex-treibenden Klanglandschaften des gebürtigen Briten, der mittlerweile nach Kalifornien übersiedelte, fanden weltweit zahlreiche Fans – und das, obwohl er bisher lediglich zwei Alben veröffentlicht hat. Stärker polarisieren dürfte der zweite Headliner: Faber, ein junger Schweizer, der mit wunderbaren, von Polka, Chansons und Folk beeinflussten Kompositionen, aber auch einem über die Maßen ausgeprägten Selbstbewusstsein auffiel. Vor anderthalb Jahren, beim ausverkauften Gastspiel im zakk, wurde der Lockenkopf jedenfalls ausgiebigst gefeiert.

Bereits zum zweiten Mal zu Gast auf der Galopprennbahn ist die Solingerin Suzan Köcher. Stand Köcher bei ihrem Debüt 2017 noch auf der Young Talent Stage, erklimmt die Sängerin, Gitarristin und Songwriterin in diesem Jahr die Hauptbühne. Dort präsentiert sie ihren von den späten 1960er- und frühen 70er-Jahren geprägten Sound, den man durchaus als Hippie-Musik der Gegenwart verstehen darf. Auf der zweitgrößten Bühne, der Carhartt WIP Stage, geht derweil neben den US-Amerikanern Yves Tumor und Peaking Lights oder Rizan Said aus Syrien auch die Düsseldorfer Formation Toresch an den Start. Das Trio aus Sängerin Viktoria Wehrmeister, Detlef Weinrich (Kreidler, Toulouse Low Trax) und Jan Wagner wird musikalisch die Erinnerung an den derzeit vorübergehend geschlossenen Salon des Amateurs wahren, bis dieser in neuem Glanze wiedereröffnet.

Weniger bekannt dürften jene acht Bands sein, die für die Young Talent Stage ausgewählt wurden. Aber das kann sich, wie der Fall Suzan Köcher zeigt, ja sehr schnell ändern.

Bleibt zu danken. Nämlich den Veranstaltern. Die all die Jahre so tapfer sämtlichen Widerständen getrotzt haben. Dem Wetter. Dem in manchem Jahr mangelnden Zuschauerzuspruch. Dem fehlenden Geld. Die immer eine Weg gefunden haben, dass das „Open Source“ trotzdem stattfindet. Und weitergeht. Und die jetzt genug haben. Danke für die schönen Jahre! Und auf ein Wiedersehen!

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