1. Düsseldorf

Die Rheinbahn wechselt ihren Fahrplan - nicht alle sind überzeugt.

Rheinbahn : Am Ziel festhalten

Mit dem Fahrplanwechsel von Mitte der Woche steigert die Rheinbahn nach eigenen Angaben ihr Angebot um fünf Prozent. Das ergäbe eine Mehrleistung von 1,2 Millionen Kilometern im Jahr. Doch nicht alle sind überzeugt.

„Wir bewegen uns in anspruchsvollen Zeiten. Die Corona-Pandemie ist auch an der Rheinbahn nicht spurlos vorbei gegangen. Dennoch halten wir an unserem Ziel fest, unsere Dienstleistung auch in dieser Zeit für die Menschen noch attraktiver und kundenfreundlicher zu gestalten“, erklärt Klaus Klar, Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor des Unternehmens „Mit dem neuen Fahrplan verbessern wir über 70 Linien, das ist mehr als die Hälfte unseres Netzes.“

Michael Richarz, Vorstand Technik und Betrieb, ergänzt: „Unser Ziel ist es, die Rheinbahn zur ersten Wahl für Mobilität in Düsseldorf und Umgebung zu machen. Wir wollen unser Angebot noch pünktlicher, zuverlässiger und sauberer machen und eine echte Alternative zum Auto bieten.“ Wochentags am Abend und samstags seien viele Linien in dichterem Takt unterwegs, mehr Angebot bei den Schnellbus-Linien sorge für gute Verbindungen in die Nachbarstädte.

Die wichtigsten Eckpunkte:

 - Samstags fahren alle Bahnlinien und einige Buslinien zwischen 9 und 20 Uhr häufiger – fast so wie an einem Wochentag.

 - In den Abendstunden montags bis freitags wird der Takt dichter, die meisten Busse und Bahnen sind bis 21 Uhr so häufig unterwegs wie tagsüber.

 - Auf den Schnellbus-Linien gibt es Veränderungen, unter anderem eine neue Linie SB53 in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Neuss. Sie ist für Pendler und Studenten und verbindet die Neusser Stadtteile Reuschenberg, Hoisten und Allerheiligen mit der Uni und dem Südpark in Düsseldorf.

Im Süden der Stadt ist Christian Rütz, Vorsitzender der CDU Lierenfeld und Ratskandidat für Alt Eller/ Vennhausen Süd, politisch tätig. „Es ist begrüßenswert, dass die Rheinbahn auf einigen Linien insbesondere an Samstagen und unter der Woche zwischen 20 und 21 Uhr ihren Takt intensiviert. Allerdings wird der angekündigte 7,5-Minuten-Takt auf der wichtigen Stadtbahnlinie U75 zwischen Eller, Innenstadt und Neuss ebenso nicht umgesetzt wie die im Nahverkehrsplan für 2020 vorgesehene Verlängerung der Linie U76 vom Hauptbahnhof nach Lierenfeld“, kritisiert er.

Von dem durch Oberbürgermeister Thomas Geisel 2014 angekündigten 5-Minuten-Takt auf wichtigen Linien in Düsseldorf sei man noch genauso weit entfernt, wie von Barrierefreiheit auf den Stadt- und Straßenbahnen in Eller und Lierenfeld. Rütz: „Bei dem Umbau von Bahn-Haltestellen etwa an der Schlesischen Straße in Lierenfeld, oder auf der Gumbertstraße in Eller wurde in den vergangenen sechs Jahren kaum etwas erreicht, genauso übrigens wie bei dem von den Menschen lange geforderten barrierefreien Zugang zum S-Bahnhof Eller Mitte.“

Er moniert zudem, dass die Rheinbahn weiterhin nicht  - wie von der CDU angeregt - das Pünktlichkeitsversprechen im VRR abgibt, mit dem sie sich zu mehr Fahrplanstabilität bekennen könnte und das den Düsseldorfer Rheinbahn-Nutzern bei Verspätungen einen Fahrpreiserstattungsanspruch gäbe.

Für Rütz’ Parteikollegen und verkehrspolitischen Sprecher der Ratsfraktion, Andreas Hartnigk, muss sich die Rheinbahn in diesen Tagen bewähren: „Wenn jetzt die Schülerinnen und Schüler wieder unterwegs sind und auch viele Berufstätige an ihre Arbeitsplätze zurückehren, wird es deutlich voller in Bussen und Bahnen. Wichtig ist, dass es dann nicht zu großen Ansammlungen in den Fahrzeugen und an Haltestellen kommt.“ Neben konsequenter Umsetzung des Hygienekonzepts und der Kontrolle zur Einhaltung der Maskenpflicht müssten auch die Kapazitäten der Rheinbahn genau beobachtet werden. Hartnigk: „ Sollte es zu überfüllten Bussen und Bahnen kommen, muss das Unternehmen sofort reagieren und Verstärkerfahrten in den Spitzenzeiten durchführen.“

(SP)